Zwischen Meer und Bergen – Camping in der Region Valencia

Die Region Valencia ist ein ideales Camperziel im Frühjahr: Die Temperaturen liegen bereits um die 20 Grad, sonnige Tage laden zum Baden an den außerhalb der Sommersaison menschenleeren Stränden ein. Außerdem bietet die Autonomieregion im Norden Spaniens eine große Bandbreite an Möglichkeiten für Outdoorsport, Kulturgenuss und Kulinarik.

In der Nähe der Touristenstadt Benidorm finden sich einsame Buchten. | Abb.: © Region Valencia

Valencia hat nicht zuletzt mit seinen 22 Naturparks viel für Camper zu bieten. Das Mittelmeer sorgt das ganze Jahr über für ein mildes Klima. Bis zu rund 1.800 Meter hohe Gebirge locken mit schroffen Kalksteinwänden, tiefen Schluchten, Hängebrücken, Aquädukten und steilen Gipfeln; die Küste mit romantischen Fischerdörfern, römischen und mittelalterlichen Festungen und Burgen, Sandstränden und Felsbuchten. Im Frühjahr sind die Farben in der Region Valencia besonders intensiv: Orangenhaine so weit das Auge reicht, dunkles Grün mit weißen Pünktchen der Orangenblüte, das durchbrochen wird von Khakibäumen. Dahinter blitzt das tiefblaue Meer. In den höheren Lagen schillern silbern die Oliven. Egal, wohin man in der Autonomieregion im Osten Spaniens reist, die Landschaft ist mit ihrer Kombination aus Bergen, landwirtschaftlich genutzten Senken und den endlosen Stränden einzigartig schön.

Küstenperle im Norden: Peñíscola

Peñíscola hat eine der schönsten historischen Altstädte der Provinz Castelló. | Abb.: © Region Valencia

Wer von Norden, von Katalonien kommend, über die Küstenautobahn A7 in die Region Valencia einreist, erreicht zunächst die Provinz Castelló. Relativ direkt hinter der Grenze liegt Peñíscola, eine der schönsten historischen Altstädte der Provinz. Gelegen auf einer Halbinsel, die nur durch einen dünnen Streifen Land mit dem iberischen Festland verbunden ist, bietet der Hafenort auf allen Seiten fantastische Badestrände. Zum offenen Meer hin schützt sich die Ortschaft durch gewaltige Felsklippen. Wohnmobilisten finden einen idealen Stellplatz auf einem zentralen Parkplatz direkt unterhalb der Altstadt, an der Engstelle der Landzunge – mit Zugang zu den Stränden auf beiden Seiten.

Traumhafte Altstadt

Peñíscola liegt auf eine Landzunge und hat Strände auf zwei Seiten. | Abb.: © Annika Müller

Ein Spaziergang durch die verwinkelten Altstadtgassen kann ganz schön anstrengend sein. Die romantischen Kopfsteinsträßchen winden sich den Steilhang hinauf und bieten in alle vier Himmelsrichtungen Ausblicke aufs Wasser. Der Höhepunkt ist die Kirchenfestung aus dem 14. Jahrhundert, die 64 Meter über dem Meeresspiegel liegt und Aussichten über hunderte von Kilometern Küstenabschnitte nach Norden und nach Süden, den neueren Teil des Ortes sowie unendliche Olivenhaine, Orangenplantagen, Mandelfelder und Kiefernwäldchen im Inneren Valencias bietet. Direkt unterhalb der Festung, an den steilen Kliffs, befindet sich ein kleiner Klettersektor, an dem man sich unter den erstaunten Blicken der flanierenden Touristen und erfrischt von der meterhoch spritzenden Brandung austoben kann.

Perfekte Campinginfrastruktur

Die Region Valencia ist gut auf Camper eingestellt. | Abb.: © Region Valencia

Dabei ist Peñíscola perfekt auf die Bedürfnisse von Campern eingerichtet: Zehn Campingplätze stehen zur Auswahl. Mit dem Camping Eden findet man einen strategisch günstig gelegenen Campingplatz mit schnellem Zugang zum Strand und zur Altstadt. Der Camping Ferrer ist zentral gelegen. Wer es ruhiger mag, der findet mit dem Camping Ribamar den idealen Platz. Dieser liegt umgeben vom Naturpar Sierra d’Irta südlich von Peñíscola. Der 12.000 Hektar große Naturpark, der auf Valencianisch Serra d’Irta und auf Spanisch Sierra de Irta heißt, liegt im Nordosten der Provinz Castelló zwischen Peñíscola und dem hübschen Fischerdörfchen Alcossebre. Der Naturpark ist vor allem bekannt für sein enormes Vorkommen an See- und Zugvögeln und ein fantastisches Gebiet für Rad- und Wandertouren.
https://peniscola.es

Entlang der Küste gen Süden

Hinter Peñíscola folgt die Küste der Region Valencia einer leichten Biegung nach Süden – und wechselt allmählich vom steil abfallenden Felsufer zu breiten, hellen Sandstränden. Oliva liegt gewissermaßen in der Mitte zwischen den Provinzhauptstädten Valencia und Alicante und ist für Camper, die Natur und Ruhe suchen, ein kleines Paradies.

Campingparadies Oliva

Das Feuchtgebiet bei Oliva ist ein Naturparadies. | Abb.: © Region Valencia

Rund acht Kilometer lang zieht sich hier ein Strandgürtel, dahinter schimmern im Frühjahr die Orangenhaine, deren Bäume Ende März und im April von weißen Blüten überzogen sind – ihr charakteristischer Duft mischt sich mit dem salzigen Geruch des Meers. Im Hinterland beginnt die mosaikartige Landschaft aus Reisterrassen, Feuchtgebieten und kleinen Dörfern. Wer den Campingplatz verlässt, steht meist direkt im Dünengras oder im feinen Sand: Viele Plätze sind behutsam in die Küstenlandschaft integriert, mit großzügigen Parzellen, alten Bäumen und einer angenehm familiären Atmosphäre. Frühaufsteher radeln auf der nahezu leeren Uferstraße oder auf ausgeschilderten Wegen zu den Beobachtungspunkten im Naturpark Marjal de Pego‑Oliva, wo sich im Morgengrauen Reiher, Enten und andere Wasservögel im seichten Wasser spiegeln.

Ausflüge ins Hinterland

Zwischen Meer und Marjal de Pego‑Oliva leuchten in den Randbereichen des Feuchtgebiets Wildblumen in Gelb‑, Weiß‑ und Lilatönen, und an den Beobachtungshütten lassen sich Zugvögel beobachten, die die geschützten Wasserflächen als wichtige Raststation nutzen. Fährt man ein Stück ins hügelige Hinterland hinauf, tauchen in den Dörfern im Spätwinter und zeitigen Frühjahr ganze Hänge voller Mandelbäume in Rosa‑ und Weißnuancen auf – ein weiterer stiller Höhepunkt der Vorsaison, den man vom Campingplatz aus bequem als Halbtagesausflug einplanen kann.
https://www.olivaturismo.com

Touristenhochburg Benidorm

Ganz anders präsentiert sich Benidorm, das weiter südlich an der Costa Blanca zwischen zwei geschwungene Buchten liegt. Zwischen den beiden großen Stränden Levante und Poniente liegen zahlreiche Camping‑Resorts mit Poollandschaften, beheizten Becken, Restaurants und Animationsprogrammen, die sich besonders für längere Aufenthalte im Frühjahr anbieten. Geschützt von der Serra Gelada herrscht ein eigenes Mikroklima mit meist milden 15 bis 22 Grad – ideal, um vormittags durch die Altstadtgassen zu bummeln und nachmittags zu Fuß oder mit dem Rad in den Naturpark Serra Gelada aufzubrechen.

Naturpark Serra Gelada bei Benidorm

Direkt hinter der Hotelstadt Benidorm erhebt sich die Serra Gelada mit grünen Hügeln und Steilklippen. | Abb.: © Region Valencia

Vom höchsten Punkt der Klippe aus überblickt man den kompletten Gebirgszug Serra Gelada und den gleichnamigen Naturpark. In Richtung Norden schweift der Blick über die Bucht von Altea und die Gebirgskette der Sierra de Bèrnia. Im Süden liegt das charismatische Inselchen Illot de Benidorm. Zudem genießt man in der Serra Gelada atemberaubende Tiefblicke in die jäh abbrechenden Felswände, in denen Seevögel nisten. Über 300 Meter hoch sind die Klippen der Serra Gelada. Selbst Schwindelfreie werden hier beim Blick hinunter auf das aufgepeitschte Meer von mulmigen Gefühlen erfasst. Meterhoch spritzen die Wellen, wenn sie an den Felsen unterhalb des Wanderwegs brechen. In schwindelerregendem Tempo treibt der Wind feine Wolkenfetzen über das Inselchen Illeta Mitjana.

Serra de Mariola – Naturziel bei Benidorm

Auch die »Serra de Mariola« ist ein unberührtes Naturparadies in der Nähe der spanischen Ostküste und der bei Touristen beliebten Stadt Benidorm.Es überrascht vor allem wegen seiner Kontraste: Einerseits ist zumindest auf der längeren Rundtour durch den Naturpark die Einsamkeit das prägende Erlebnis. Man hört außer dem Rauschen des Windes kaum etwas. Gelegentlich dringt das Kreischen eines Habichts oder das Klopfen eines Spechts durch. Der weiche Boden schluckt häufig sogar die Geräusche der Schritte. Anderseits erhascht man regelmäßig einen Blick auf die Touristenhochburgen Benidorm und Gandia und ist somit der Zivilisation gleichzeitig fern und doch ganz nahe.

Campen in Benidorm

Von vielen Plätzen in Benidorm ist der Einstieg in die Wanderwege und Küstenpfade nur einen kurzen Spaziergang entfernt: Oben auf den Klippen öffnet sich der Blick weit über das tiefblaue Wasser, während unten Segelboote, Kajaks und Stand‑up‑Paddler ihre Spuren ziehen. Wer es sportlicher mag, kann geführte Touren mit dem Mountainbike oder Rennrad ins Hinterland buchen, während Genussmenschen sich an einer Küche freuen, die von traditionellen Fisch‑Eintöpfen bis zu internationaler Kost alles abdeckt. Abends, wenn die Sonne hinter den Bergen verschwindet und die Lichter der Hochhäuser sich im Meer spiegeln, wird Benidorm zur Stadtkulisse unter mediterranem Sternenhimmel.
www.visitbenidorm.es

Traditionelle Feste

Sowohl in Oliva als auch in Benidorm gehören die vielen lokalen Feste zum besonderen Reiz eines Frühjahrsaufenthalts: Prozessionen, Patronatsfeste oder kleinere Dorffeste finden oft ohne Massentourismus statt und geben Campern die Möglichkeit, die Region jenseits der Strände kennenzulernen – von Musikzügen und Feuerwerk bis zu geselligen Abenden mit Paella, Tapas und lokalen Weinen auf den Dorfplätzen.

Anreise

Die Region Valencia, Valencia Stadt sowie alle drei Provinzen erreicht man über die AP7. Mit dem Flugzeug: Von mehreren deutschen Flughäfen aus gibt es Direktflüge nach Valencia und Alicante-Elche. Vor Ort gibt es zahlreiche Unternehmen, die Wohnmobile oder Vans vermieten. Auch mit der Bahn kann man Valencia erreichen, um dann auf ein Mietwohnmobil umzusteigen. Schnellzüge des spanischen Bahnunternehmens »Renfe« fahren zum Beispiel von Madrid oder Barcelona nach Valencia.
www.comunitatvalenciana.com

Verwandte Beiträge

Nichts mehr verpassen.

Abonnieren Sie unseren Newsletter!

Mit News zu unseren Magazinen und zu vielen weiteren Produkten aus unserem Verlagsprogramm. 

WIR HABEN DAS PASSENDE WEIHNACHTSGESCHENK!

Jetzt aus 17 Zeitschriften-Titeln & über 500 Produkten wählen!