Höhenwandern in der Lombardei

Seen und Pässe hoch über dem Veltlin

Unten wächst der Wein, oben kracht das Gletschereis. Das lombardische Valmalenco lebt von großen Gegensätzen. Ein mehrtägiger Höhenweg lässt uns beides erleben: Tiefblicke ins Tal und Bergblick auf die Berninagruppe, aber genauso auch gemütliche Hütten, tolle Bergseen und hohe Pässe.

TEXT: ANDREA STRAUSS / BILDER: ANDREAS STRAUSS

Von weitem schon hatte man das grüne Tal gesehen. Aber wie unendlich lang hatte es gedauert, bis wir ihm näher gekommen waren! Dann, endlich, war der harte Steinuntergrund unter den Sohlen einem federnden Wiesenboden gewichen. Die Hütte kam in Rufweite, wir steuerten auf den Bach zu, legten die Rucksäcke ab, schlüpften aus den Schuhen, ließen die verschwitzten Shirts und Hosen auf eine Felsplatte fallen und stiegen in den Bach. Hellblaue Gumpen, gesäumt von einer Wiese und von imposanten, rostbraunen Felsblöcken … Das war ein Gefühl, als wären wir im Paradies angekommen. Dieser erste Spätnachmittag im Valle Airale war ein besonderes Erlebnis, das Tal selbst ein besonderer Ort. Das ist jetzt schon einige Jahre her, aber noch lebendig in der Erinnerung.

Heute wollen wir nach langer Zeit wieder ins Valle Airale aufsteigen. Der malerische Talboden zu Füßen des Monte Disgrazia wird unser erstes Etappenziel auf der Alta Via della Valmalenco. Ob die hellblauen Gumpen noch so paradiesisch sind wie in unserer Erinnerung?

Verstecktes Paradies

»Valmalenco? Sagt mir nichts. Wo ist das?« Kaum jemand, dem wir von der geplanten Tour erzählen, kann mit dem Valmalenco etwas anfangen. Auch die Stichwörter »Monte Disgrazia« oder »Veltlin« helfen nicht jedem auf Anhieb weiter. Schließlich verorten wir unsere Tour mit »in der Nähe von St. Moritz, aber schon in Italien«. Das ist halb wahr und wenigstens nicht ganz falsch, denn das Valmalenco liegt in der Lombardei, nördlich der Stadt Sondrio und im italienischen Teil der Bernina-Alpen.

Seit ein paar Jahren gibt es auf alten Wegen eine ausgeschilderte Talumrundung. In sieben oder acht Tagen, mit teils ehrgeizigen Etappen, sammelt man gute 7.000 Höhenmeter. Vor allem aber erlebt man das Valmalenco in seiner ganzen, wilden Schönheit. Mächtige Dreitausender, die nahen Gletscher, alpine Übergänge, unberührte Täler, Bergseen in allen Farben, Almen aus vergangener Zeit, Hütten mit italienischem Charme und eben auch das schöne Valle Airale erwandert man dabei.

Jetzt weiterlesen!
Den vollständigen Artikel mit beeindruckenden Bildern, Tipps der Autorin, sowie ausführlichen Reise Infos finden Sie im trekking-Magazin 03/2026.
Jetzt im Online-Shop entdecken »

#9075 #wir_leben_outdoor

Verwandte Beiträge

Nichts mehr verpassen.

Abonnieren Sie unseren Newsletter!

Mit News zu unseren Magazinen und zu vielen weiteren Produkten aus unserem Verlagsprogramm. 

WIR HABEN DAS PASSENDE WEIHNACHTSGESCHENK!

Jetzt aus 17 Zeitschriften-Titeln & über 500 Produkten wählen!