Trekking auf dem GR21 von Le Havre nach Fécamp

Traumtour an der Alabasterküste

So vielseitig wie die Landschaften sind in der Normandie auch die Möglichkeiten zum Wandern. Auf den vier ersten Etappen des Fernwanderwegs GR21 erlebt man eindrucksvolle Kreidefelsen an der Küste, idyllische Fischerdörfer, Obstbaumwiesen und weidende Kühe ebenso wie die lebendige Stadt Le Havre. Die einmalige französische Gastronomie darf natürlich nicht fehlen.

TEXT: ANNIKA MÜLLER / BILDER: SABRINA BECHTOLD

Als Bloggerin Sabrina Bechtold an jenem Oktobermorgen in Le Havre aus dem Zug steigt, ist da sofort dieses Kribbeln: Küstenluft in der Nase, salziger Wind im Gesicht – und vor ihr ein Fernwanderweg, der sich wie ein Versprechen entlang der Alabasterküste zieht. Der GR21 folgt auf rund 190 Kilometern der normannischen Küste von Le Havre bis Le Tréport und wurde 2020 zum beliebtesten »Grande Randonnée«, also »Fernwanderweg«, Frankreichs gewählt – nicht zuletzt, weil er ohne große technische Schwierigkeiten auch Einsteigerinnen und Einsteigern offensteht.

Vier Tage lang wird Sabrina, die den Blog »Couchflucht « betreibt, gemeinsam mit Sandra vom Reiseblog »Koffer – Stift – Papier« auf den ersten vier Etappen von Le Havre nach Fécamp unterwegs sein – zwischen rauer See, weißen Kreideklippen, bukolischem Hinterland und verschlafenen Fischerdörfern.

Le Havre empfängt sie nicht mit Postkartenidylle, sondern mit Kanten. Die Hafenstadt an der Seine-Mündung wurde im Zweiten Weltkrieg zu großen Teilen zerstört und danach unter Leitung des Architekten Auguste Perret konsequent in Beton neu aufgebaut; das rekonstruierte Zentrum gilt heute als herausragendes Beispiel moderner Stadtplanung und gehört zum UNESCO-Welterbe. Zwischen breiten Boulevards, dem vulkanförmigen Kulturhaus und der markanten Kirche St. Joseph tastet sie sich an diesen eigenwilligen Mix heran, der so gar nicht dem Bild einer normannischen Küstenstadt entspricht – und gerade deshalb fasziniert.

Am Abend sitzt sie im kleinen Oscar Hôtel im Herzen des Perret-Viertels, wo 50er-Jahre-Design und liebevolle Fundstücke eine charmante Bühne für diesen urbanen Auftakt bieten. »Ich fand den Kontrast total spannend, in einer Hafenstadt mit brachialer Betonarchitektur zu starten und dann von dieser Industrie- und Hafenstadt in die absolute Landidylle einzutauchen«, erinnert sich Sabrina später.

Von der Industrie- und Hafenstadt ins Landidyll

Am nächsten Morgen führt der GR21 die beiden Wanderinnen an der Strandpromenade aus der Stadt hinaus, Treppe um Treppe hinauf zu den Jardins Suspendus, einer früheren Festungsanlage, die heute eine grüne Oase über den Dächern von Le Havre ist. Kurz darauf taucht der Weg in den Forêt de Montgeon ein, wo Kastanienbäume, mit Pilzen und Moos bedeckter Untergrund und kleine Teiche den Beton endgültig ablösen, bevor er auf naturnahen Pfaden Richtung Montivilliers schwenkt – samt Abtei, Fachwerk und erstem Vorgeschmack auf das ländliche Normandie-Idyll.

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