Sein Spezialgebiet ist die Herstellung von Gewässerkarten für Wassersportler. Und dafür war ihm kaum eine Mühe zu groß. Denn Erhard Jübermann nimmt es in seinem Verlag sehr genau. Selbst erfahrener Paddler, besitzt er den Ehrgeiz, so korrekt und aktuell wie möglich die wassersportspezifischen Gegebenheiten vor Ort in seinen Karten festzuhalten. Und das seit mittlerweile 40 Jahren!

Erhard Jübermann macht die Gewässerkarten für die Profis, die Könner, die ganz viel Spaß haben auf dem Wasser, mit allen Einzelheiten, bis ins Kleinste – und davon profitieren alle, die gern im Boot sitzen und die Welt aus dieser besonderen Perspektive betrachten! Jübermann – den wir fortan Erhard nennen, »denn unter Kanuten ist man beim Du« – bedient eine ganz spezielle Nische. Konkurrenz auf seinem Niveau muss er nicht fürchten, kaum einer mag so viel Arbeit und Leidenschaft in ein Kartenwerk für Wassersportler stecken. Obwohl es 1985 eigentlich auch nicht zu Erhards Lebensplanung gehörte, ein Gewerbe für »Herstellung und Vertrieb von Landkarten« anzumelden. Denn der Mann aus Uelzen in der Lüneburger Heide wollte Lehrer werden, hatte ein Sport- und Geographiestudium aufgenommen und das Zweite Staatsexamen bereits bestanden. Doch die Chancen, in den Schuldienst zu kommen, waren damals alles andere als günstig. Schon auf die notwendige Referendarstelle hatte er fast ein Jahr warten müssen. Und danach kam alles anders.
Ab ins Boot
Erhard war inzwischen auf den Geschmack gekommen, eigene Karten für den Wassersport anzufertigen. Das lag natürlich an seiner langjährigen Begeisterung für das Paddeln. In der Jugend hatte ihn ein Spielkamerad, der einen Faltboot-Zweier besaß, aufs Wasser gebracht, und das ließ Erhard nicht mehr los. Dass die Affinität zum nassen Element auch vom Großvater stammte, der Flussfischer an der Ilmenau war, scheint durchaus naheliegend.
Mit 14 Jahren jedenfalls bekam er sein erstes eigenes Boot, unternahm kurz darauf mit einem Freund eine erste große Fahrt. Zur Orientierung hatten die beiden Straßenkarten und den Flussführer des DKV dabei. »Das ging auch ganz gut, aber wenn man Karte und Infos zusammen hat – wie heute in meinen Karten – dann ist das komfortabler«, schmunzelt der inzwischen 72-Jährige. Die Eltern ließen ihn damals ziehen, im Boot, mit allem Gepäck zum Zelten – ein Abenteuer, das unvergesslich blieb. »Und natürlich erinnere ich mich auch noch sehr gut, dass mein Freund und ich 1969 auf Langes Warder, einer Insel im Plöner See, übernachteten und uns dort erzählt wurde, dass die Amerikaner auf dem Mond gelandet sind!«
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