Wenn man jemanden fragt, welches Land das fahrradfreundlichste der Welt ist, wird meistens die Niederlande genannt. Unsere Autorin hat auf ihrer Tour die Städte Utrecht und Groningen per Bike entdeckt und so Urlaub und Einblicke in die Mobilitätswende miteinander verbunden.

Schon vor Mittag kommen wir auf dem Campingplatz am Stadtrand von Utrecht an. Der Besitzer ist sehr freundlich und lässt uns unser Zelt schon zu früher Stunde aufstellen. Das ist perfekt, denn so können wir ohne Gepäck an den Rädern in die niederländische Fahrradstadt losdüsen. Wir sind in eineinhalb Tagesetappen von Kleve hierhergefahren. In Millingen aan de Rijn überquerten wir die Grenze zu unseren Nachbarn und kurz danach per Fähre auch den Rhein, der sich hier in mehrere Arme verzweigt. Wir folgten dem Verlauf des Niederrheins durch Arnheim, bis wir auf vielen schönen Radwegen fernab der Hauptstraßen, auch quer durch Waldgebiete, in Utrecht ankommen.
Fahrrad-Sightseeing
Utrecht ist die viertgrößte Stadt der Niederlande und hat touristisch einiges zu bieten. Vom Domturm aus hat man sicherlich eine fantastische Aussicht über die Stadt. Auch eine Bootstour auf der Oudegracht könnte uns als Besucherinnen eine spannende Perspektive auf die Stadt vermitteln. Wir entscheiden uns jedoch gegen das klassische Touri-Programm. Ich habe eine Route durch die Stadt zusammengestellt, die uns zu Highlights für Fahrradfahrer bringen soll. Sozusagen Mobilitäts-Sightseeing vom Sattel aus.
Die Zehn-Minuten-Stadt
Nach dem Start am Domturm, dem Wahrzeichen, geht es zur schnurgeraden Straße Maliebaan, wo Geschichte geschrieben wurde. Im Jahr 1883 entstand hier der erste Radweg in den Niederlanden. Zu dieser Zeit war das Auto noch nicht erfunden, sodass die Straße zwischen Kutschen, Straßenbahnen, Fahrrädern und Fußgängern aufgeteilt werden musste.
Als dann der motorisierte Verkehr mehr wurde, musste der Radweg weichen, um den Pkw Platz zu machen. In den 1970er-Jahren hat man in vielen niederländischen Städten schon erkannt, dass sich die Lebensqualität verbessern und der öffentliche Raum anders aufteilen lässt. Es wurden mutige Verkehrskonzepte geplant und umgesetzt. Utrecht hat sich in seinem aktuellen Mobilitätsplan das Ziel einer Zehn-Minuten-Stadt gesetzt. Alle im Alltag wichtigen Orte wie Schulen, Arztpraxen, Supermärkte und Kulturstätten sollen mit kurzen Wegen erreichbar sein. Ein ambitionierter Plan, der nur umgesetzt werden kann, wenn die Menschen, die in der Stadt leben, ihn unterstützen. Und genau das scheint bei einem Großteil der Fall zu sein.
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