Berlin, Hamburg, Köln, München – vier Städte, und in jeder hat man auf dem Fahrrad ein anderes Feeling. Wer in den Metropolen Deutschlands radelt, kommt näher an das Geschehen heran als Touristen im Reisebus. Entlang der Spree, am Elbufer, über den Rheinboulevard und durch den Englischen Garten rollt man an namhaften Sehenswürdigkeiten vorbei. Wer gut plant, kann tolle Runden in Deutschlands Großstädten erleben – man muss es einfach ausprobieren.

Zugegeben, in Deutschlands großen Zentren brauchen Radler gute Nerven und mitunter einen Schutzengel. Daher sollte man besonders hier auf die bestehenden Radrouten setzen. Rund 1.000 Kilometer Radwege durchziehen Berlin. Wer die Hauptstadt auf zwei Rädern erkundet, begreift schnell: Spree und Havel sind keine Hindernisse, sie sind Einladungen. Am Spreeufer gleiten Radler am Berliner Dom und der Museumsinsel vorbei, der Mauerradweg verbindet Ost und West auf 160 Kilometern. Parks öffnen grüne Schneisen mitten durch den Asphaltdschungel. Im Großen Tiergarten verschwindet das Stadtgetöse, im Treptower Park wartet die Ruhe am Wasser. Hamburgs Radfahrer kennen dieses Gefühl: Alster und Elbe legen Leitlinien durch die Hansestadt. Wer am Ufer des Stroms entlangfährt, passiert die Speicherstadt und die Elbphilharmonie.
In Köln teilt der Rhein die Stadt und verbindet sie zugleich. Die linke und die rechte Seite laden zu Rundtouren ein, der Dom rückt immer wieder ins Bild. München baut auf die Isar: 14 Kilometer schlängelt sich der Gebirgsfluss durch die Landeshauptstadt, gesäumt von Isarauen und dem Englischen Garten. Radler ziehen am Deutschen Museum vorbei, stoppen am Flaucher, atmen Biergartenflair. Deutschlands Großstädte aus dem Sattel kennenzulernen, verspricht intensive Stunden. Parks und Flussufer bieten sichere Strecken. Toll, dass auch E-Bikes und Gravelbikes zu weiteren Entdeckungstouren ins Umland einladen.
Hamburgs Wasserwelten
Kurz vor Hamburg spaltet sich die Elbe auf. Norderelbe und Süderelbe umschlingen die Stadt, bevor sie sich vereinen und sich zur Nordsee hinwenden. Diese Runde erkundet beide Arme. Am Kai der HafenCity beginnt die Fahrt. Eine Schiffstracker- App zeigt, wer gerade einläuft: Kreuzfahrtriesen, Containerschiffe, Tanker – Europas drittgrößter Hafen schläft nie. Radler drehen dem Trubel den Rücken zu und rollen südwärts. Hinter Wilhelmsburg öffnet sich das Terrain. Deiche nehmen die Ufer in Obhut, das Land flacht ab, der Himmel wächst. Im Gebiet der Vier- und Marschlande gleitet der Blick über 13.163 Hektar Marschland – Deutschlands größtes zusammenhängendes Blumenanbaugebiet. Stromaufwärts geht es entlang der Süderelbe Richtung Osten.
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