Der Chiemgau hat zehn neue Gravelrunden kuratiert. Zwischen Chiemsee, Salzach und Alpenrand zeigt sich, wie gut ein Hype in eine gewachsene Kulturlandschaft passen kann.

Man kann neue Wege für ein bestimmtes Rad anlegen. Oder man wählt das Rad, das zu bestehenden Wegen passt. Wer mit dem Gravelbike durch den Chiemgau fährt, erlebt Letzteres. In der landwirtschaftlich geprägten Gegend zwischen Seen und Bergen enden asphaltierte Wege auf Schotter, gehen in schmale Uferpfade über und schlängeln sich als versteckte Verbindung von Weiler zu Weiler.
»Seit ich das Gravelbike habe, habe ich unsere Gegend ganz neu entdeckt«, sagt Franz Tanner. Der 53-jährige Küchenchef führt seit 30 Jahren das Landhaus Tanner in Waging am See. 20 Kilometer östlich des Chiemsees gelegen, ist der Luftkurort ein idealer Ausgangspunkt für viele der zehn neuen Graveltouren, die den Chiemgau unter dem Namen »Alps ’n’ Lakes: Chiemgau Gravel Escapes« durchqueren. Die Spannweite reicht von 45 Kilometern auf der Runde Lake ’n’ Lazy bis zu 231 Kilometern auf der Chiem Xtreme, die entlang der Außenlinien der übrigen Touren verläuft. Zusammen kommen sie auf knapp 800 Kilometer und fast 8.000 Höhenmeter; die GPX-Tracks sind online abrufbar.
Franz Tanner stellt sich seine Gravelrouten meist selbst zusammen. Für dieses Jahr hat er sich vorgenommen, alle offiziellen Touren zu fahren. Für einen ersten Überblick mit traumhaften Aussichten rät er uns zum Lake Loop: einmal rechtsherum um den Waginger und Tachinger See, dann hinunter zum Chiemsee und über Traunstein zurück nach Waging. Angesichts der 80 Kilometer und 670 Höhenmeter habe ich meine persönliche Kategorisierung als »Einrollrunde« schnell wieder vom Notizblock gestrichen.
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