Ganz im Westen von Niedersachsen, nahe der niederländischen Grenze, hat in den vergangenen Jahrzehnten ein enormer Umbruch stattgefunden. Ganze Landstriche wurden neu geschaffen – und spannende Spuren der Vergangenheit entdeckt. Eine Radtour führt daher zu Mooren, Findlingen und sogar zu uralten Grabstätten.

Als wir vor der Maschine stehen, fühlen wir uns winzig. Allein die Räder sind mehr als doppelt so groß wie wir. Auch die Schaufel an der Seite des Geräts ist gigantisch. Dass sie die Erde über zwei Meter tief umpflügen kann, glauben wir bei diesem Anblick sofort – und verstehen, warum dieses Gefährt auch den Spitznamen »Mammut« erhielt. Außerdem können wir uns spätestens jetzt sehr lebendig vorstellen, wie hiermit eine ganze Region im wahrsten Sinne umgepflügt wurde.
Diese Beschreibung ist tatsächlich nicht übertrieben. Denn wie wir bei unseren Radtouren durch das niedersächsische Emsland immer wieder erfahren, fand hier in den vergangenen Jahrzehnten ein massiver Wandel statt. Die Landschaft, die wir beim Radfahren entdecken, gibt es so noch nicht sehr lange.
Aus Moorflächen werden Kulturlandschaften
»Früher waren hier überall weite Moorflächen«, erklärt Norbert Feislachen, der an diesem Tag einer unserer Radguides ist. Mit dem sogenannten Emslandplan, der 1951 beschlossen wurde, sollte genau das verändert werden. Denn mit ihm wurden große Teile der Region so umgestaltet, dass man das Land besiedeln und zugleich Ackerflächen und Wälder anlegen konnte. Das war im Nachkriegsdeutschland wichtig, um die Menschen versorgen zu können.
Mit dem Dampfpflug der Firma Ottomeyer wurden bis Mitte der 1970er Jahre riesige Areale bearbeitet. »Dabei holte man die tiefer liegende Sandschicht nach oben und vermengte sie mit dem darüber liegenden Moor«, erzählt unser Guide, als wir im Emsland Moormuseum vor einer dieser erhaltenen Maschinen stehen. Die so entstandenen Böden reichten, um sie landwirtschaftlich nutzen zu können.
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