Mit einer Höhe von 2.086 Metern ist der Krottenkopf der höchste Gipfel des Estergebirges in den Bayerischen Voralpen und ein beeindruckendes Ziel für eine lange, aber abwechslungsreiche Bergtour. Der Gipfel selbst bietet eine fantastische Rundumsicht auf Wetterstein, Zugspitze, Karwendel und das Alpenvorland

Abb.: © Tourist-Information Farchant

Ausgangspunkte und Zustieg ins Estergebirge

Die Tour kann je nach Kondition und Zeit von drei Orten aus begonnen werden: Besonders beliebt ist der Start in Eschenlohe, denn von dort aus geht es direkt in das ruhige, wilde Tal der Eschenlaine. Anschließend steigt man stetig über Wald- und Forstwege in Richtung Estergebirge auf. Alternativ ist auch Farchant ein guter Ausgangspunkt, wobei der Zustieg an zwei weiteren Almen vorbeiführt und später über steilere Bergpfade erfolgt. Oberau bietet als Mitte des ZugspitzLandes einen Einstieg, der landschaftlich ebenfalls sehr reizvoll ist und häufig weniger begangen wird.

Die Wege sind gut markiert, jedoch sollte man Trittsicherheit, alpine Erfahrung und eine solide Grundkondition mitbringen, da die Höhendifferenz von den Talorten bis zum Gipfel jeweils rund 1.300 bis 1.500 Höhenmeter beträgt.

Aufstieg zur Weilheimer Hütte

Ein zentraler Punkt der Tour ist die Weilheimer Hütte auf etwa 1.950 Metern Höhe. Sie dient als wichtiger Stützpunkt und markiert den Übergang vom langen Zustieg zum eigentlichen Gipfelanstieg. Je nach Route benötigt man für die Hütte etwa 3,5 bis 5 Stunden.

Abb.: © Tourist-Information Farchant

Der Weg dorthin führt durch abwechslungsreiche Landschaften: zunächst durch dichte Bergwälder, später über Latschenfelder und zunehmend offene Hänge. Besonders im oberen Bereich eröffnen sich bereits beeindruckende Ausblicke auf die umliegenden Gipfel und das weit unten liegende Loisachtal.

Die Weilheimer Hütte eignet sich hervorragend für eine Rast oder auch eine Übernachtung, wenn die Tour in zwei Tagen geplant wird. Gerade bei frühem Aufbruch ist sie ein guter Punkt, um Kräfte für den Gipfelanstieg zu sammeln.

Gipfelanstieg zum Krottenkopf

Von der Weilheimer Hütte aus dauert der letzte Abschnitt auf den Krottenkopf etwa 30 bis 60 Minuten. Der technisch unschwierige Weg verläuft über alpines Gelände mit teils schottrigen und steinigen Passagen. Hier ist Trittsicherheit besonders wichtig, vor allem bei Nässe oder Restschnee im Frühsommer.

Der Gipfel selbst ist weitläufig und bietet ein beeindruckendes Panorama. Besonders eindrucksvoll sind die Ausblicke nach Süden zur Zugspitze und ins Wettersteingebirge sowie nach Norden über das Bayerische Alpenvorland. Aufgrund seiner Höhe und freien Lage ist der Krottenkopf ein hervorragender Aussichtsberg, der an klaren Tagen eine Fernsicht bis weit ins Flachland ermöglicht.

Abb.: © Zugspitz Region GmbH/Anton Brey

Charakter der Tour und Anforderungen

Die gesamte Tour ist als anspruchsvolle Bergwanderung einzustufen. Je nach Ausgangspunkt und Route sollten für den Aufstieg 6 bis 9 Stunden eingeplant werden. Der Abstieg ist entsprechend kürzer, aber dennoch konditionell fordernd. Insgesamt summieren sich die Höhenmeter auf bis zu 1.500 Meter. Wichtige Voraussetzungen sind eine gute Grundkondition, Trittsicherheit, eine wetterfeste Ausrüstung sowie ausreichend Wasser und Verpflegung. Gerade bei wechselhaftem Wetter sollte die Tour nicht unterschätzt werden, da sie über lange Abschnitte hinweg exponiert verläuft und kaum Schutz bietet.

Fazit

Die Besteigung des Krottenkopfs von Farchant, Oberau oder Eschenlohe aus ist eine landschaftlich äußerst reizvolle und sportlich lohnende Tour in den Bayerischen Voralpen. Die Kombination aus langen Zustiegen, der Möglichkeit zur Einkehr und Übernachtung an der Weilheimer Hütte sowie dem aussichtsreichen Gipfel macht diese Bergtour zu einem echten Klassiker für erfahrene Bergwanderer. Auch als Überschreitung lässt sich die Tour planen. Wer die Ruhe des Estergebirges sucht und einen weniger überlaufenen, aber dennoch eindrucksvollen Gipfel erleben möchte, findet hier eine ideale Tour mit authentischem Alpencharakter.

Weitere Infos: www.zugspitzland.de

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