Drei Tage, drei Kantone, steile Aufstiege, stille Pässe und weite Blicke: Diese Hüttentour führt vom Kanton Uri über Engelberg und die Engstlenalp bis ins Haslital. Wer sich auf diesen Weg begibt, erlebt das Herz der Schweiz in all seinen Facetten – von der rauen, unberührten Natur der Hochpässe bis hin zu den lebhaften Zentren des alpinen Tourismus. Es ist eine Route der Kontraste, die Wandernden sportlich einiges abverlangt, sie aber auch mit Momenten vollkommener Stille belohnt.

Die Reise beginnt im Kanton Uri in Altdorf. Vor mir liegt die erste große Etappe, die mich über 17,1 Kilometer und mit satten 1.850 Höhenmetern Aufstieg sowie 540 Höhenmetern Abstieg bis zur Blackenalp führen wird. Rund acht Stunden Gehzeit sind dafür veranschlagt, und der Start ist psychisch wie physisch eine Zerreißprobe. Die ersten rund 1.000 Höhenmeter hinauf zum Brüsti sind schlichtweg gnadenlos. Steil und unerbittlich zieht sich der Pfad durch den dichten Wald. Besonders fies: Regelmäßig gleiten die Kabinen der Seilbahn über meinen Kopf hinweg. Doch nach dem Wald lichtet sich das Dickicht und der Weg führt im Zickzack über offene Weiden, gesäumt von historischen Trockenmauern. Der Blick zurück entschädigt für die Strapazen: Tief unten breitet sich die Reussebene aus, der Urnersee glänzt in der Ferne, und auf der gegenüberliegenden Talseite öffnet sich das wilde Schächental.
Oben beim Berggasthaus Alp Catrina angekommen, ist es Zeit für eine Stärkung. Während ich noch um Atem ringe und langsam an meiner kalten Apfelschorle nippe, herrscht am Nebentisch ausgelassene Heiterkeit. Hier wird frischfröhlich in Flipflops geplaudert – die klassischen Gondelbahnfahrer halt. Ich schmunzle, muss aber fairerweise zugeben: Den Aufstieg per Bahn abzukürzen, ist eine durchaus legitime Überlegung, denn der Weg war nichts Besonderes.
Weiter geht es auf schmalen Bergwegen, die nun Freude machen. Vorbei an schön angelegten Feuerstellen im Wald führt die Route schließlich hinaus auf den Grat. Umgeben von einer prachtvollen Alpenflora wandere ich dem Surenenpass entgegen, den ich fast permanent als markantes Zwischenziel vor Augen habe. Ein märchenhafter Abschnitt folgt beim Durchqueren der Felsformation Chräienhöreli. Das Gelände fällt hier zu beiden Seiten steil ab. Der Pfad, der von brüchigem Schiefergestein geprägt ist, geht in eine künstlich angelegte Treppe über und endet schließlich auf sanfteren Grashügeln, eingerahmt von schroffen Felsen.
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