Eiger, Mönch und Jungfrau. Das weltberühmte Dreigestirn der Schweizer Alpen. Berge, die wie eine Sinfonie klingen. Berge, deren Mythos und Anziehungskraft bis heute ungebrochen sind. Birgit-Cathrin Duval macht sich auf nach Grindelwald, um diesem Mythos nachzuspüren

Der Himmel leuchtet tiefblau, am Eiger steigen Wolken auf wie Rauch, der durch einen Kamin zieht. Der Anblick der gewaltigen Nordwand löst eine Mischung aus Ehrfurcht und Faszination aus. Zwischen dem 3.967 Meter hohen Eiger und der Jungfrau (4.158 Meter) steht der Mönch mit 4.107 Metern. 1577 beschrieb Thomas Schöpf in seiner „Chronographia ditionis Bernensis“ die Jungfrau als ein von ewigem Schnee und Eis starrender Berg, der völlig unzugänglich sei, was der Jungfrau ihren Namen einbrachte. Bis zu jenem Augustsonntag im Jahr 1893, als der Schweizer Industrielle Adolf Guyer-Zeller während einer Wanderung seine Blicke auf Eiger, Mönch und Jungfrau schweifen lässt und er die neue Wengernalpbahn in Richtung Kleine Scheidegg fahren sieht. Just in diesem Augenblick hat Guyer-Zeller eine kühne Vision: Er will eine Bahn auf die Jungfrau bauen. Abends im Hotel skizziert er die Trasse auf einem Blatt Papier. Es ist der Beginn eines der kühnsten Vorhaben in der damaligen Schweiz.
1912 wird die vollständige Strecke der Jungfraubahn in Betrieb genommen, eine Meisterleistung der Ingenieurskunst, die der Visionär, der 1899 noch während des Baus stirbt, nicht mehr erleben darf. Ab der Kleinen Scheidegg fährt die elektrische Zahnradbahn steil durch die Tunnel der Bergmassive von Eiger und Mönch auf das Jungfraujoch, Europas höchstgelegenen Bahnhof auf 3.454 Metern.
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