Im Sommer in eine Winterdestination? Geht nicht? Geht doch – zum Beispiel in Obertauern: Als reine Winterregion bekannt, ist die in über 1.600 Höhenmetern befindliche Region mittlerweile auch für Wanderer und Mountainbiker interessant

Der Blick schweift über die Große und Kleine Kesselspitze und dann hinauf zur Gamsleitenspitze. Die Berge wachen wie stille Zeugen über jeden unserer Schritte durch die grüne Landschaft, die mit pinken Tupfen der Schmalblättrigen Weidenröschen und weißen Flecken des Riesen-Bärenklaus verziert ist. Und jede Wegbiegung offenbart einen neuen Ausblick, jeder Schritt eine neue Perspektive. So kann ein Tag in Obertauern im Salzburger Land beginnen: Mit einer Wanderung über die Twenger Almhütte, entlang des gleichnamigen Sees und bis zur Gollitschspitze hinauf.
Start der Wanderung ist direkt im Ort Obertauern. Doch schon bald betreten die Wanderschuhe über schmale Pfade das Europaschutzgebiet Hundsfeldmoor. Das rund 100 Hektar große Schutzgebiet ist ein Rastplatz für Zugvögel im Frühling und im Herbst. Ganzjährig kann man das sehr seltene Rotsternige Blaukehlchen zu Gesicht bekommen, aber auch Alpenschneehühner, Steinschmätzer und Schneefinken. Wir sind jedoch nicht geduldig genug. Dafür flattert der eine oder andere Schmetterling, von denen hier über 180 Arten heimisch sind, über die noch feuchten Wiesen und um unsere Beine.
Sommer statt Winter
Während im Winter tief verschneite Gipfel verzaubern und Pisten und Langlaufloipen die Wintersportler hierherlocken, sind es im Sommer die blühenden Wiesen, die türkisfarbenen Bergseen und die angenehmen Temperaturen. Die Luft ist kühl hier oben. Nichts ist von der extremen Sommerhitze zu spüren. Jeder Schritt federt leicht auf dem dichten Gras. In der Ferne hört man das Pfeifen der Murmeltiere, das sich mit dem Glockenklingen der Kühe vermischt.
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