Der »Hanse-Radweg« folgt zwischen Düsseldorf und Harderwijk den historischen Hansestädten am Rhein und in den Niederlanden. Wie auf einer Perlenschnur gereiht fährt man von einem Handelsort zum nächsten. Noch heute kann man den damaligen Wohlstand nicht nur an den historischen Gebäuden erahnen. Dazwischen erlebt man viel Natur- und weite Flusslandschaften. Thomas Pfeiffer hat sich den niederländischen Teil der »Hanzeroute« angeschaut.

Die Hanse, in Althochdeutsch »Hansa« genannt, hatte ihre Blütezeit zwischen dem 12. und 17. Jahrhundert. Rund 200 Städte im Nord- und Ostseeraum, aber auch in Spanien oder Frankreich gehörten diesem losen Bund an. Ziel war es, die wirtschaftlichen Interessen und den Freihandel zu fördern, gemeinsam gegen Seeräuber anzugehen sowie den Wohlstand zu mehren. Symbol der Hanse waren die kleinen Koggen, mit denen die Waren über das Meer und die Flüsse verschifft wurden. Die Hansefarben Weiß und Rot sind heute noch in den Wappen vieler Hansestädte erhalten geblieben. Das kulturelle Erbe dieser Bünde ist gegenwärtig, auch in den Niederlanden.
Feierlicher Start und wohnen auf dem See
Der ausgewiesene Hanse-Radweg startet eigentlich in Düsseldorf. Ich bin aber auf den niederländischen Teil gespannt und beginne im Grenzland. Schon am Stadtrand von Nijmegen wundere ich mich über die Menschenmassen, die in Richtung Innenstadt strömen. Im Stadtgewühl erzählt mir ein Niederländer, dass dies das »Vierdaagsefeesten« ist. Es sei »das größte Stadtfest im ganzen Land«. Während der mehrtägigen Party kommen über eine Million Besucher hierhin.
Rund eine halbe Stunde schiebe ich mein bepacktes Rad durch die vergnügte Menge, um die Rheinbrücke zu erreichen. Auf der gegenüberliegenden Flussseite angekommen, orientiere ich mich erst mal und finde unkompliziert das Logo mit dem grünen Schriftzug: »Hanzeroute «. Schnell lasse ich den Trubel der Innenstadt hinter mir und rolle durch den Vorort Lent. Am dortigen Badesee »Lentse Plas« ziehe ich die Bremsen. Dort ankert eine Ansammlung von modernen Schwimmhäusern am Ufer. So ähnlich habe ich dies schon einmal in Kopenhagen und Amsterdam gesehen.
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