Wer einmal so richtig Blut geleckt hat, den lässt das Kanufahren oft ein Leben lang nicht los. Denn Paddeln ist mehr als nur Sport, mehr als Fortbewegung auf dem Wasser. Und es gibt wohl kaum einen Grund, warum man nicht auch im fortgeschrittenen Alter dieser Freizeitbeschäftigung weiterhin treu bleiben sollte, wenn man ein paar Dinge beachtet.

Auch wenn der Sport häufig im Vordergrund steht, ist es vor allem das Gesamterlebnis, das Kanufahren so attraktiv macht. Man kann Reisen unternehmen in unterschiedlichste Gegenden, um neue Gewässer, Land und Leute kennenzulernen, oder ein ganzes Paddlerleben lang direkt vor der Haustür Touren machen. Man kann es abenteuerlich, sportlich oder gemütlich betreiben, mit einem Partner ausüben oder im geselligen Vereinsleben, wenn Jung und Alt, Anfänger und Routiniers, Supersportler und Genusspaddler sozusagen gemeinsam in einem Boot sitzen. Bei allen Unterschieden: Für die meisten steht das Paddeln an erster Stelle für ein ganz bestimmtes Lebensgefühl, das man auch im Alter nicht missen will. Wie gut das funktionieren kann, was dabei hilft und woran man denken sollte, haben uns ein paar alte Hasen des Kanusports aus eigener Erfahrung verraten!
Fit bleiben und sich zu helfen wissen
Es ist nun mal so: Mit zunehmendem Alter fangen die Probleme an. Trotz Brille oder Hörgerät sieht und hört man nicht mehr so gut wie früher, und das kann durchaus die Orientierung beeinträchtigen. Genauso lassen irgendwann bei jedem Kraft, Koordination, Kondition und Reaktionsvermögen nach. Dabei ist man beim Paddeln ständig gefordert, das Wasser, das Wetter, andere Boote, Angler, Schwimmer oder mögliche Hindernisse im Auge zu behalten und darauf zu reagieren. Außerdem muss man wohl oder übel ebenso darüber nachdenken, ob man immer noch so selbstverständlich aus dem Kanu aussteigen, das Gleichgewicht beim Einsteigen wirklich halten kann oder doch eine helfende Hand benötigt.
Das alles weiß auch Peter-Josef Schünemann aus Bremen. Der heute 81-Jährige ist seit gut 70 Jahren dabei und erlebte Mitte der 1950er Jahre sein erstes großes Abenteuer, als er in einer Vollmondnacht mit einem Freund im Faltboot von Helgoland nach Wangerooge paddelte. »Ich bin ein Anachronist und fahre nach wie vor Faltboot«, erzählt er lachend. Drei Wochen am Stück unterwegs sein kann er heute aber nicht mehr: »In meinem Alter muss man schon mal öfter zum Arzt, und so sind es jetzt nur noch mehrtägige Touren in der Umgebung.«
…



