Radurlaub in der Urlaubsregion Mittelelbe

Die Tage werden kürzer, der Sommer verabschiedet sich – höchste Zeit, noch einmal Sonne zu tanken, bevor Nebel und graues Wetter den Alltag bestimmen. Für den ebike TOUREN-Autor Maximilian Semsch war sofort klar: Rad ins Auto, Dachzelt eingepackt und auf in die Urlaubsregion Mittelelbe. Sie umfasst die Landkreise Börde, Jerichower Land, den Salzlandkreis und die Landeshauptstadt Magdeburg – eine Gegend, die Natur, Kultur und Technik auf besondere Weise verbindet.

Text/Bilder: Maximilian Semsch

Am Morgen fahre ich entlang des Mittellandkanals. Die Sonne blitzt durch das Schilf, während ich Kilometer für Kilometer zurücklege. Nach kurzer Zeit erreiche ich mein erstes Ziel: das Café Kaffeemühle. In der historischen Wassermühle duftet es nach frisch geröstetem Kaffee, dazu gibt es hausgemachten Kuchen. Wer mag, kann hier auch ein Kanu mieten und vom Mühlengraben bis auf die Elbe paddeln – ein schöner Kontrast zur Fahrradtour.

Wenig später stehe ich in der Schlossdomäne Wolmirstedt. Fachwerk, alte Gemäuer und ein kleines Museum erzählen von Jahrhunderten regionaler Geschichte. Veranstaltungen im Innenhof lassen das historische Flair immer wieder lebendig werden. Es ist ein Ort, an dem sich spüren lässt, wie eng Kultur und Landschaft miteinander verbunden sind. Die Region hat allerdings weit mehr zu bieten als den berühmten Elberadweg. Mit dem Aller-Elbe-, Elbe-Havel-, Bode- und Telegraphenradweg gibt es abwechslungsreiche Alternativen. Ich folge dem Aller- Elbe-Radweg und später dem Elberadweg – bis zu meinem persönlichen Highlight des Tages: dem Kalimandscharo. Schon aus der Ferne leuchtet die schneeweiße Halde des Kalibergwerks Zielitz in der Sonne. Was auf den ersten Blick wie ein natürlicher Berg wirkt, ist in Wahrheit ein riesiger Salzberg. Er besteht aus dem Material, das beim Kalibergbau anfällt und für die eigentliche Kaligewinnung nicht verwendet werden kann. Mit mehr als 150 Metern Höhe überragt die Halde die flache Landschaft wie ein Gebirge und ist der höchste Punkt zwischen Magdeburg und der Ostsee. Eine Besteigung ist nur im Rahmen geführter Touren möglich, die von Mai bis Oktober immer samstags um 15 Uhr stattfinden. Die rund sechs Kilometer lange Strecke weist Steigungen von bis zu 16 Prozent auf, führt über Geröllwege und wird von erfahrenen Bergführern des örtlichen Bergbauvereins begleitet. Oben angekommen, öffnet sich ein Rundumblick, der seinesgleichen sucht: Elbauen, Felder, Wälder und darüber der weite Himmel.

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