Drei Bundesländer, eine Radtour

Drei Länder, ein Radweg und jede Menge Ruhe: Auf ihrer rund 210 Kilometer langen Tour folgen unsere Autoren Silke Rommel und Thomas Rathay dem Drei-Länder-Radweg mitten durch den Odenwald. Statt weiter Ferne wartet hier eine abwechslungsreiche Landschaft direkt vor der Haustür – von Baden-Württemberg über Bayern bis nach Hessen. Zwischen stillen Waldwegen, sanften Landschaften und hübschen Städtchen gibt es in jedem der drei Bundesländer kleine Besonderheiten zu entdecken. Eine entspannte Radtour, die zeigt, wie vielfältig der Odenwald ist.

Text: Silke Rommel Bilder: Thomas Rathay

Der erste Schweiß fließt – und das liegt ausnahmsweise nicht an den Höhenmetern. Schon auf den ersten Kilometern hinter Mosbach wird klar: Wer beim Packen einfach nicht Nein sagen kann, fährt mit ordentlich Ballast los. Statt schlanker Radsilhouette ist meine Tourenmaschine bis zum Anschlag beladen – und fühlt sich eher nach Elefant als nach Fahrrad an.

Bei Neckarelz gelangen wir an den Neckar. Der 3-Länder-Radweg schmiegt sich eng an den Fluss und verschmilzt mit dem Neckar-Radweg. Nach knapp 20 Kilometern machen wir in Neckargerach einen Abstecher. Am Café Rotes Emu kommt man nicht zufällig vorbei, hierher muss man wollen. Es wartet nicht nur süßes Hüftgold, sondern man landet im ersten Salzund Pfefferstreuer-Museum Deutschlands. Birgit und Joachim Plumbaum haben sich einen Traum erfüllt und im Herbst 2025 diesen besonderen Ort eröffnet. Seinen Ursprung hat Joachim Plumbaums Sammelleidenschaft im Jahr 2000, als er von einer Dienstreise ein Gewürzstreuer-Set in Gitarrenform zur Erinnerung mitbrachte. Während man sich im Café genussvoll ein hausgemachtes Stück Kuchen in den Mund schiebt, ist man von rund zweieinhalb- bis dreitausend Paar Salz- und Pfefferstreuern umgeben. »Wir wollen die Vielfalt der Streuer zeigen. Comicfiguren, Politiker, Berufe, viele Tiere, insbesondere Katzen und Hunde haben in den Vitrinen Platz«, so Plumbaum.

Am Neckar läuft es wie geschmiert

Zurück am Neckar thront oberhalb von Zwingenberg die gleichnamige Burganlage. Die imposante Immobilie gehört seit 1808 den Markgrafen von Baden und wird von Prinz Ludwig von Baden und seiner Familie bewohnt. Wir schwingen vorbei an Sonnenblumenfeldern; eine riesige Buntsandstein-Felswand bei Eberbach zieht an uns vorüber. Weder die Wadenmuskeln noch der unterstützende Motor werden beansprucht – man kommt fast automatisch wie auf einem Förderband voran.

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