Dank des neuen Radknotenpunktnetzes wird das Radfahren auf Fünen und den Südfünischen Inseln künftig noch leichter. Ein Großteil der Markierungen ist bereits angebracht. Bis zum Sommer 2027 soll die Beschilderung komplett sein. Erik Van de Perre hat sich schon einmal aufs Rad geschwungen und die Inseln Tåsinge, Ærø und Langeland erkundet.

Das Erste, was auffällt, sobald man den Svendborgsund überquert, ist der süße Duft von blühendem Raps. Im Mai bedeckt er weite Teile von Tåsinge. Vom Kirchturm in Bregninge, der auf einem 70 Meter hohen Hügel thront, schweift der Blick über die welligen gelben Felder der Insel und weit darüber hinaus. Von hier oben erkennt man 28 Inseln, 65 Kirchtürme und 20 Schlösser.
Wie die Nachbarinseln Fünen, Ærø und Langeland verdankt Tåsinge sein Erscheinungsbild den Gletschern der Eiszeit, die einst von Skandinavien aus nach Süden vordrangen. Nach ihrem Rückzug hinterließen die Gletscher eine Moränenlandschaft, die vor 8.000 Jahren infolge des steigenden Meeresspiegels weitgehend überflutet wurde. Das Ergebnis ist eine einzigartige Insellandschaft, die 2024 als UNESCO Global Geopark »Das Südfünische Inselmeer« ausgezeichnet wurde. Am besten lässt sich diese faszinierende Inselwelt auf einer E-Bike-Tour erkunden. Da passt es gut, dass gerade in dieser Region die Beschilderung des neuen Radknotenpunktnetzes weitgehend abgeschlossen ist.
Ein fliegender Hirsch auf Tåsinge
Hinter der Brücke folgen wir den Schildern mit der Knotenpunktnummer 20. Wir radeln gegen den Uhrzeigersinn nach Südwesten, lassen auf dem Steg im kleinen Hafen von Vornæs die Seele baumeln und erkunden die Salzwiesen des Naturschutzgebiets Monnet mit seiner artenreichen Vogelwelt.
Ab Lundby folgen wir der Nummer 26 nach Nordosten, wo wir bald auf die mächtige Ambrosius- Eiche stoßen. Der auf ein Alter von 400 Jahren geschätzte Baum wurde nach dem Dichter Ambrosius Stub (1705-1758) benannt, der auf dem nahen Schloss Valdemar wirkte und hier Inspiration fand. »Das Schloss wurde von König Christian IV. für seinen Sohn Valdemar Christian erbaut, der jedoch im Zweiten Nordischen Krieg fiel«, erläutert Schlossherr Nikolaj Albinus während einer Führung. Später erwarb Admiral Niels Juel (1629-1697), der bei der Schlacht in der Bucht von Køge die schwedische Flotte besiegt hatte, das Schloss. Zu den prominenten Gästen zählte auch der Märchendichter H. C. Andersen, der nach einer Nacht auf Schloss Valdemar in seinem Roman »Nur ein Geiger« schrieb: »Nachts kletterten die Gemälde aus ihren Rahmen, und Niels Juel nahm mit dem Schwert in der Hand in dem bunten Sessel mit der hohen Lehne Platz.«
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