Berge oder Meer? In den »Alpi Apuane « im Norden der Toskana muss man sich nicht entscheiden – man bekommt beides! Gewaltige Zweitausender ragen unmittelbar hinter den malerischen Sandstränden des kristallklaren Ligurischen Meers in die Höhe. Die Apuanischen Alpen sind nicht nur ein kostbares und geschütztes Naturjuwel, dass mit traumhaften Wanderrouten und 360-Grad-Panoramen lockt, sondern auch ein Ort mit einer Jahrtausende alten Geschichte und einem strahlendweißen Schatz im Inneren – dem weltbekannten Carrara-Marmor.

Ein schier unendliches Gipfelmeer umgibt mich. Im Gegenlicht der kräftigen toskanischen Sonne reiht sich ein gezackter Schattenriss an den nächsten, bis sie sich im Horizont verlieren. Insgesamt 30 namenhafte Gipfel, wovon etwa 13 über 1.700 Meter in die Höhe ragen, befinden sich in den Apuanischen Alpen, auf einer Fläche, die gerade mal der Stadt Hannover entspricht. Sie zeichnen sich durch eine lange Kette von Bergrücken mit schlanken Kämmen und scharfen Marmorgipfeln aus. Im Nordwesten schließt sich das Gebirge dem weit weniger schroffen Apennin an, der Gebirgskette, die sich wie ein Rückgrat durch fast ganz Italien zieht.
Der gerade mal 1.589 Meter hohe Monte Altissimo, auf dessen Gipfel ich mich gerade befinde, kann größenmäßig mit seinen stolzen »Nachbarn« Monte Pisanino, Monte Tambura oder der schönen Pania della Croce nicht mithalten. Und doch wahrt er ein besonderes Geheimnis, denn vor rund 500 Jahren entdeckte der italienische Künstler Michelangelo an dessen Flanken zum erste Mal den reinen, zuckerweißen Marmor und meißelte daraus seine weltberühmte »David«-Skulptur.
Die seit der Römerzeit kultivierten Steinbrüche von Carrara tragen in ihren schneeweißen Wänden die Spuren von Jahrhunderten harter Arbeit. Sie sind das Zeugnis der wirtschaftlichen, historischen und kulturellen Werte dieser Gegend und zugleich bedrohen sie deren Landschaft und zerstören die Natur und wichtige Lebensräume der Tiere. Seit 1985 stehen die Apuanischen
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