Sie sind die kleinen Brüder qualitätsgeprüfter Premiumwege: Spazierwanderwege. Dort, wo an Rhein, Mosel und Eifel Vulkanlandschaft auf Flusstal mit Weinbergen trifft, heißen sie Traumpfädchen. Kurz, aber nicht anspruchslos: Sie gehen auch mal steil und lassen tief blicken.

Der Blick richtet sich auf die Füße. Zwischen Felswand und steilem Abhang setzen sie auf – jeder Tritt muss sitzen. Plötzlich flippt etwas Rotes mit einem Riesensatz davon. Auch beim nächsten Schritt. Was ist das? Nahe der Felswand wird das suchende Auge fündig: Zwei Rotflügelige Ödlandschrecken. Perfekt getarnt sitzen sie auf grau-bräunlichem Stein. Scheinen genau zu wissen, was ihnen ähnelt: In einem grünen Strauch landet die eine auf dem einzigen vertrockneten Blatt. Darauf ist sie kaum zu erkennen. Es macht Spaß, die Tiere eine Weile zu beobachten.
An der Mosel bei Löf
Obwohl erst am späten Nachmittag losgewandert, bleibt genug Zeit. Die steile Felswand mit der Spitzenweinlage »Stolzenberg« glänzt im warmen Abendlicht, unten bahnt sich die Mosel durch’s Tal. Im Schneckentempo schleichen wir zwischen Winzerhütte und Rabenlay über den »Löfer Rabenlaypfad« bei Hatzenport – eines von 14 zertifizierten Traumpfädchen. Die Verniedlichungsform hat ihren Grund: Die Wege sind kürzer und weniger steil. Sozusagen die kleinen Brüder der 27 Traumpfade, die seit bald 20 Jahren nach und nach auf der Wanderkarte erscheinen – an der Nahtstelle von Rhein, Mosel und Eifel.
Dort bietet die Kulisse reichlich Abwechslung: Noch vor 10.000 Jahren explodierten nördlich der Mosel Vulkane. Längst grün verheilt, birgt die Landschaft immer noch Spuren jener Zeit. Hübsche Burgen und geniale Blicke konkurrieren mit Weinbergen und Waldwildnis an steilen Hängen um die schönste Stelle am Wanderweg – egal ob Traumpfad oder -pfädchen. Dass es für manche der Spazierwanderwege trotzdem Trittsicherheit und Schwindelfreiheit braucht, zeigt der Löfer Rabenlaypfad.
»Auf solch herausfordernde Schlüsselstellen sollten die Wegbetreiber unbedingt hinweisen«, sagt Klaus Erber vom Deutschen Wanderinstitut (DWI). Das DWI zertifiziert Premiumwege wie Traumpfade oder -pfädchen mit dem Deutschen Wandersiegel. Um die Kriterien dafür fortlaufend zu verifizieren, befragt es Wandernde, was ihnen unterwegs gefällt, was sie langweilt oder gar nervt. Dabei stießen die Forschenden vor einigen Jahren auf eine neue Spezies: Der gemeine Spazierwanderer – halb Bummler, halb Wanderer. Den Studien zufolge will dieses Mischwesen bequeme Wege.
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