Wo die Donau entspringt, sorgt seit Jahrhunderten für Diskussionen. Denn so eindeutig, wie man vermuten könnte, ist die Antwort nicht. Gelehrte, Geografen und Heimatvereine sind sich bis heute nicht einig, wo die Quelle des zweitlängsten Flusses Europas wirklich liegt. Das Ende scheint dagegen klar: Die Donau mündet ins Schwarze Meer – vielen noch aus dem Schulunterricht oder einer Quizshow wie »Wer wird Millionär« bekannt. Würde die Frage nach dem Donau-Ursprung dort gestellt, etwa mit den Antwortmöglichkeiten A: Brigachquelle, B: Donaueschingen, C: Bregquelle oder D: Zusammenfluss von Brigach und Breg – gäbe es streng genommen keine eindeutig richtige Antwort, egal, welchen Joker man nimmt.

Unstrittig ist hingegen: Der Donauradweg beginnt offiziell am Lammplatz in Donaueschingen. Genau hier stehe ich nun. Mein E-Bike ist bepackt, die Sonne scheint ins Gesicht, und schon am frühen Morgen klettert das Thermometer auf angenehme 24 Grad. Wenn der Wetterbericht recht behält, werde ich in den kommenden zehn Tagen vieles erleben – aber bestimmt nicht frieren.
Zu Beginn der Reise ist vom mächtigen Strom noch nichts zu sehen. Die Donau wirkt eher wie ein schmaler Bach – so winzig, dass man in Donaueschingen mit hochgekrempelter Hose hindurchlaufen könnte. Zur Mittagspause möchte ich in Tuttlingen sein, also verliere ich keine Zeit, schwinge mich aufs Rad und absolviere die ersten 40 der knapp 600 Kilometer.
Kurz vor Tuttlingen dann ein Moment der Irritation: Eben noch begleitet mich die Donau zu meiner Rechten – und plötzlich ist sie wie vom Erdboden verschluckt. Ein trockenes Flussbett liegt vor mir, kein Tropfen Wasser zu sehen. Erst eine Infotafel klärt auf: Ich habe die Donauversickerung bei Immendingen erreicht. Hier verschwindet ein Großteil des Wassers im porösen Kalkstein der Schwäbischen Alb und fließt unterirdisch weiter – ein geologisches Kuriosum, das die junge Donau zeitweise komplett austrocknen lässt. Ein Teil taucht erst viele Kilometer entfernt wieder auf und findet über den Rhein sogar einen ganz anderen Weg zum Meer.
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