Im Herzen der Kitzbüheler Alpen führt der KAT Walk in sechs Tagesetappen von Hopfgarten bis zum Pillersee. Malerische Bauernhöfe, urige Almen und aussichtsreiche Gipfel bestimmen die Eindrücke auf dieser Tour durch die grünen Berge Tirols.

Mit verschwörerischer Miene erzählte mir meine Freundin, sie wäre für ein Modeshooting angesprochen worden. Den Weg von der Schulbank in den Pausenhof legte sie an dem Tag in Catwalk-Manier zurück, dabei konnten wir noch nicht einmal das Einmaleins. Ob der Traum vom Catwalk für sie jemals Wirklichkeit wurde? Die berühmten zehn Meter im Rampenlicht, um Designerklamotten vorzuführen?
Unser KAT Walk wird gerade eben Wirklichkeit. Wir haben die ersten Schritte bereits hinter uns, und viele weitere noch vor uns. Im Gegensatz zu seinen Vorbildern aus dem Bereich der Haute Couture hat der KAT Walk nämlich eine Länge von über 100 Kilometern. Man muss sich für ihn weder vorher halb zu Tode gehungert haben noch mit versteinertem Gesichtsausdruck in die Ferne blicken. Man darf seine bequemsten Wanderschuhe anziehen, einen kleinen Rucksack packen, in Hopfgarten noch in eine dicke Käsesemmel beißen und auch unterwegs ist Platz für all die positiven Gefühlsregungen, die die Erlebnisse in den grünen Bergen fast automatisch hervorrufen. Wer mag, kann lächeln oder sogar laut singen. Der KAT Walk – keine Frage! – hat klare Vorteile gegenüber jedem Catwalk.
Gleich zu Beginn am Bahnhof Hopfgarten hat man die Wahl: Nach dem Kurzbesuch in der imposanten, doppeltürmigen Pfarrkirche können wir nach Westen losziehen und auf der anderen Seite der Brixentaler Ache in die Kuppen der Kitzbüheler Alpen eintauchen. Oder auf der Ostseite der Ache hinauf Richtung Hohe Salve starten.
Wir entscheiden uns für den Weg nach Westen und damit für den KAT Walk alpin. Sechs Tage ist dieser schöne »Laufsteg« lang. Sein kleiner Bruder auf der Ostseite der Ache heißt KAT Walk kompakt. Er führt in nur drei Tagen nach Kitzbühel und dann gemeinsam mit der alpin-Variante in zwei Tagen nach St. Ulrich an den schönen Pillersee. Sechs alpine Tage zu fünf kompakten Tagen – wie es sich für Brüder gehört, sind sich die beiden durchaus ähnlich.
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