Mit dem E-MTB durchs Mangfallgebirge

Im Mangfallgebirge gibt es eine Fülle an wunderbaren MTB-Runden. Sie führen zu Almen, Bergseen, an Bächen entlang und umrunden Rotwand, Wendelstein und Brecherspitze. Ihr großes Plus: tolle Landschaft, Routenführung fernab von Autoverkehr und nicht zuletzt viele gemütliche Einkehren.

TEXT: ANDREA STRAUSS BILDER: ANDREAS STRAUSS

Ein Adriaurlaub, bei dem man nicht im Meer badet? Die Reise nach Paris ganz ohne Louvre? Kenia ohne ein paar Tage Safari? Ja, all das ist möglich. Aber nicht sinnvoll. Das wäre wie eine Rotwandrunde ohne Kaiserschmarrn! Oder wie die Wendelsteintour ohne Bayrischcreme! Ganz klar: Wer zwischen Tegernsee und Inn zum Mountainbiken geht, muss auch einkehren. Andernfalls fehlt dem Tag ein wesentlicher Teil.

Als wir in der Nähe von Hammer im Leitzachtal also auf die Sättel steigen, sind im Rucksack nur eine Wasserflasche, für jeden eine Breze als Notproviant und im E-Bike ein frisch geladener Akku. Um die Rotwand, einen der prominentesten Gipfel im Mangfallgebirge, soll es heute gehen. Dazu gibt es kurze Runden, mittlere und beliebig lange. Unsere macht einen Bogen von 40 Kilometern und sammelt dabei rund 1.000 Höhenmeter. Es ist der »Weg des geringsten Widerstands«, denn von zwei eher niedrigen Pässen mit rund 1.100 Metern abgesehen bleiben wir in den Tälern. Nur ein kurzer Abschnitt verläuft als flacher Singletrail, alles andere sind Almstraßen, Forstwege und Nebenstraßen. Dass wir uns die Fahrbahn mit Autos teilen müssen, kommt nur kurz am Spitzingsee vor.

Morgendlich frisch ist es auf den ersten Kilometern. Die Ortschaft Hammer und auch die folgenden Kilometer an der Leitzach entlang liegen noch im Schatten von Wendelstein & Co. Trotzdem hat der Startpunkt seine Vorteile, denn nach der Einkehr heute Mittag wird es für den Rest der Tour fast nur noch bergab gehen. Unser »Up-hill- Programm« konzentriert sich auf den Vormittag.

»Wär eh noch zu!«, kommentieren wir den ersten Biergarten. Die Krugalm bei Hammer wäre ein toller Stopp, auch hat Frühschoppen in Oberbayern Tradition. Aber vor 10 Uhr schon zum ersten Bier einzukehren, wäre dann doch ein wenig übertrieben. Stattdessen werden wir auf Höhe des Biergartens nicht langsamer und halten erst auf den Wiesen nach dem Ort Gaitau das erste Mal an. Die Straße vom Schliersee zum Sudelfeld haben wir da schon überquert und sind nun auf der Südseite des Tals: Wir sind endlich in der Sonne! Und in einem kleinen Paradies. Still ist es, keine Wolke am Himmel, die Wiesen kräftig grün, am Waldrand stehen zwei Rehe.

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