Unterwegs auf dem Altmühltal-Panoramaweg

Der Altmühltal-Panoramaweg gilt als Klassiker unter den deutschen Fernwanderwegen. Aus gutem Grund: Er verbindet spektakuläre Geologie mit fränkischer Gemütlichkeit und verspricht 200 Kilometer pures Wanderglück.

TEXT/BILDER: MICHAEL HENNEMANN

Der Marktplatz von Gunzenhausen könnte als Kulisse für einen Heimatfilm dienen. Fachwerkgiebel reihen sich an Barockfassaden und die frühe Morgensonne taucht alles in ein warmes Licht. Aus den Bäckereien duftet es nach Brezen und frisch gebrühtem Kaffee, einige Restaurantbesitzer rücken bereits die Stühle auf den Terrassen zurecht.

Nachdem die Nacht meine Reise einmal quer durch die Republik verschluckt hatte, war der Nachtzug aus Hamburg kurz nach sechs in der Früh in München eingerollt. Jetzt, einen Regionalzug später, schlendere ich durch die mittelfränkische Kleinstadt zwischen Altmühl- und Brombachsee, die das Eingangstor zum Naturpark Altmühltal markiert und nicht viel Aufhebens um ihre 2.000-jährige Geschichte macht – zumindest nicht um diese frühe Uhrzeit. Kaum vorstellbar, dass die römischen Legionäre hier um 90 n. Chr. ein Numeruskastell errichteten, nachdem sie die keltischen Siedler gen Norden vertrieben hatten.

Ruhige Ouvertüre

Auch der Altmühltal-Panoramaweg lässt es ruhig angehen. Den Fluss selbst bekomme ich nur am Start zu sehen, danach führen mich die gelb-roten Markierungen unspektakulär durch die Felder und Wiesen in einer flachgewellten Landschaft. Fast scheint es, als würde der Weg es zunächst einmal darauf anlegen, Körper und Geist neu kalibrieren zu wollen. Mit jedem Schritt verblassen die Gedanken an Termine, To-do-Listen und Deadlines. Es bleibt genug Zeit, die Schnürung der Wanderschuhe nachzujustieren und sich an das ungewohnte Gewicht des Rucksacks auf den Schultern zu gewöhnen.

Gegen Etappenende ist es dann aber so weit und der Weg macht seinem Namen ein erstes Mal alle Ehre. Der Anstieg hinauf zum Schloss Spielberg, das umgeben von trutzigen Ringmauern oben auf einem Sporn des Hahnenkamms thront, kostet zwar ein paar Körner, aber der Ausblick ist jede Mühe wert. Im Norden glitzert der Altmühlsee wie ein saphirblauer Einsprengsel in der flachen Ebene, während sich davor die Türme der Gunzenhausener Silhouette dezent vom Horizont abheben. Wendet man den Blick nach Westen, thront der Hesselberg majestätisch über der Landschaft. Der mit 689 Metern höchste Berg Mittelfrankens dominiert die Landschaft und markiert den Übergang zum Nördlinger Ries.

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