Als Wildnisführer und Survival-Berater für Outdoor-Filmproduktionen ist Dominik Knausenberger die raue Wildnis gewohnt. Doch im schwedischen Fjell auf sich allein gestellt zu sein, war dann doch ein ganz besonderes Erlebnis.

Der Polarkreis markiert auf dem 66. Breitengrad eine unsichtbare Linie, die sich einmal rund um den Globus zieht. Er durchquert dabei einige der ursprünglichsten und am dünnsten besiedelten Landschaften unserer Erde. Dichte Wälder, ausgedehnte Moor- und Sumpfgebiete sowie schroffe Gebirgszüge prägen das Bild und bieten Lebensraum für eine vielfältige Tierwelt – darunter Elche, Bären und zahlreiche Vogelarten.
Nördlich dieser Grenze bestimmen extreme Lichtverhältnisse den Jahresrhythmus: Im Winter bleibt die Sonne über Wochen hinweg unter dem Horizont, während sie zur Sommersonnenwende auch nachts nicht untergeht. Das Klima gilt als rau und wechselhaft. Selbst in den Sommermonaten sind Schneefelder keine Seltenheit, und die Temperaturen können bis an den Gefrierpunkt sinken.
Die Wildheit dieser Region hat eine magische Anziehung auf mich, sie ruft nach Abenteuer. Deshalb habe ich mich aufgemacht, das Skandinavische Gebirge (Skanden) auf schwedischer Gemarkung allein entlang dem Polarkreis zu durchqueren. Keine Pfade, keine Begleitung – nur ich und mein Rucksack.
Immer Richtung Westen
Mein Abenteuer startet in Jokkmokk in Schweden. Ein Bus setzt mich am späten Nachmittag an einem Parkplatz am Polarkreis-Center kurz vor Jokkmokk ab. Ich überquere die gut befahrene Straße und lasse die Zivilisation hinter mir. Mein Weg führt mich nach Westen, immer am Polarkreis entlang. Schnell merke ich, wie fordernd die kommenden Tage werden. Dichte Blaubeersträucher, mit dickem Moos bewachsener Untergrund und Mücken erschweren das Vorankommen. Der Rucksack drückt, denn ich bin vollkommen autark unterwegs.
Die erste Etappe führt durch die schwedische Taiga. Ein Gebiet, das von dichten Fichten- und Kiefernwäldern, Sumpf und Seen geprägt ist. Zahlreiche Flüsse durchziehen die Landschaft. Vor mir stehen 65 Kilometer, die es in sich haben.
Zehn Kilometer möchte ich heute auf jeden Fall schaffen, um mein Zelt an einem schönen See aufschlagen zu können. Mein Tagesziel erreiche ich ohne besondere Vorkommnisse, und so koche ich mir spät am Abend mein Abendessen auf einem kleinen, knisternden Lagerfeuer, bevor mich der Regen in mein Zelt zwingt.
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