Zwischen Leinwand, Leinpfad und Lenbach: Auf der Kunstschleife der oberbayerischen Wasser-Radlwege entdeckt unsere Autorin Judith Beck bayerische Kultur von München bis Mittenwald und Murnau.

Gerade als ich an der Steigung im Wald leise in mich hineinjammere, weil ich nicht das E-Bike genommen habe, sagen Spaziergänger im Vorbeifahren: »Ohne E! Das ist ja fast schon ein Kunststück.«
Nach diesem Lob fliege ich den Berg trotzdem nicht wie von selbst hinauf. Aber einen gewissen Motivationsschub kann ich nicht leugnen. Endlich lichtet sich der Wald, und vor mir liegt die bayerische Bergwelt des Tölzer Lands, märchenhaft wie die Kulisse im Bauerntheater. Urige Höfe zwischen ausgedehnten Kuhweiden, dahinter die markanten Gipfel der Bayerischen Alpen.
Entlang von Flüssen, Seen und Fassadenkunst
Jesús und ich sind unterwegs auf einem der Wasser- Radlwege. Diese ziehen sich durch ganz Oberbayern, meist entlang von Flüssen und Seen. Wir haben uns die Kunstschleife vorgenommen, die neben dem Raderlebnis auch einen Einblick in die lokale Kunst und Kultur verspricht: Museen, historische Stadtkerne, Lüftlmalerei, Künstlerhäuser und Werkstätten. Die komplette Rundtour ist auf sechs Tage angelegt, führt über 382 Kilometer von München über Bad Tölz, Mittenwald, Murnau, Peiting und Landsberg zurück in die Landeshauptstadt. Wir selbst haben uns in drei Tagen die Strecke von München bis ins Blaue Land nach Murnau vorgenommen.
Dass die erste Etappe bergig verläuft, liegt am »Schöne- Aussicht-Umweg«, den Jesús sich überlegt hatte. Wer navigiert, hat es in der Hand, und so landen wir mit sehr schöner Sicht auf einer sehr hohen Anhöhe. Dafür rollen wir später befreit und mit ordentlich Wind im Gesicht hinunter nach Bad Tölz zu unserem ersten Etappenziel.
Mitten in der Altstadt befindet sich das Bike-Hotel Kolberbräu. Bunte Fresken zieren die Fassaden: barocke Lüftlmalerei, die im bayerischen Oberland Tradition hat und Szenen aus Religion und Dorfleben zeigt. Wohlhabende Bürger und Prominente entdeckten Bad Tölz Ende des 19. Jahrhunderts für die Sommerfrische, darunter Thomas Mann oder der Architekt Gabriel Ritter von Seidl. In den verwinkelten Gassen kann man heute noch Kunsthandwerk, Trachtenläden und Cafés entdecken. Vom Kalvarienberg mit der Leonhardikapelle reicht der Blick über das Isartal.
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