Campen in der Vulkanlandschaft – Mit Baby unterwegs auf der Panamericana

Einsame Vulkanlandschaften auf über 4.000 Metern Höhe, Tierbeobachtungen im tiefsten Amazonas oder mit Seelöwen unter Wasser tanzen? Klingt wie ein Traum. Und wie passt da der Nachwuchs rein? Ganz gut, finden wir. Das heißt natürlich nicht, dass alles wie geschmiert läuft. Ein ehrlicher Bericht über das Langzeitreisen mit Baby.

TEXT: MARION MARQUARDT BILDER: MICHAEL MARQUARDT

»Ich glaube, wir hätten mehr Luft ablassen sollen. Jetzt können wir die Sandbleche auspacken.« Micha ist alles andere als begeistert. Verständlich. Bei über 4.000 Metern Höhe, wo tagsüber die Sonne sticht und der Wind bläst, ist jede Anstrengung zu viel. Gut, dass Diego ganz friedlich in seinem Sitz schlummert. Ein schreiendes Baby würde die unglückliche Situation nicht besser machen. Nun haben die Sandbleche auch ihren Einsatz gefunden. Nach etwa 20 Minuten haben wir uns aus dem Sand befreit und fahren weiter, jetzt lieber mit nur 1,4 Bar Reifendruck.

Wir sind in der Puna, einer argentinischen Hochebene. Sieben Tage unterwegs in einer unbeschreiblichen Landschaft, einer Welt zwischen Himmel und Erde. Unendliche Weiten, weißschimmernde Salzpfannen, perfekte Vulkankrater und unzählige Vicuñas. Diesel, Wasser und Lebensmittel gibt’s kaum. Hier leben nur wenige Menschen, die meisten arbeiten in den hiesigen Lithium-Minen.

Wir haben uns gut überlegt, ob wir die Höhe uns und vor allem unserem Sohn Diego, gerade sieben Monate alt, zumuten können. Mit einer vernünftigen Akklimatisations-Strategie für die Höhe, Windeln im Multipack und Kokablättern für Micha sollte es kein Problem sein. Das perfekte Auto dafür haben wir: einen Toyota Landcruiser mit kleiner Wohnkabine und einer Diesel-Standheizung für kalte Nächte. Die Wahl des Fahrzeugs für diese Reise war essentiell. Wir wollen von Feuerland bis Alaska reisen. Weder um patagonische Winde, klirrende Kälte noch tropische Temperaturen werden wir herumkommen.

Die Straßenzustände sind anders als in Europa, viele Highlights erreicht man nur über lange Offroad-Strecken, teilweise mit Flussquerungen. In den engen Dörfern und auf so manchen Brücken ist ein leichtes Fahrzeug von Vorteil. Dafür verzichten wir gerne auf Platz und etwas Komfort. Wir sind ohnehin meist draußen: mit dem Kajak im chilenischen Nationalpark Torres del Paine, auf dem südlichsten Trekking der Welt um die Dientes de Navarino oder auf einer abgelegenen Estancia mit Gauchos unterwegs. Wir nehmen alles an Outdoor-Aktivitäten mit. Die entsprechende Ausrüstung haben wir an Bord. Viel Platz haben wir nicht im Auto, wir haben Prioritäten gesetzt und alles, was man für mehrtägige Touren braucht, dabei.

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