Camping in Frankreich: Landschaftsvergnügen in der Auvergne

Zwei Départements zum Runterkommen: Cantal und Puy-de-Dôme

Aussichtsreich, still und wenig besiedelt, erleben die Autorin Silke Rommel und der Fotograf Thomas Rathay ihre Campertour durch die Départements Cantal und Puy-de-Dôme inmitten des Regionalen Naturparks Volcans d’Auvergne. Für viele eine Sehnsuchtsregion, unbestritten ein Paradies für Naturliebhaber, insbesondere für Wanderer. Außerdem ein Erlebnis für Wohnmobilisten, die schmale Straßen lieben. Serpentinen führen auf die Cols im Zentralmassiv, wo sich Panoramen auf Vulkane öffnen.

TEXT: SILKE ROMMEL BILDER: THOMAS RATHAY

Am nordöstlichen Zipfel des Cantals beginnt unser Roadtrip: Sechs unverplante Tage liegen vor uns. Am Ende werden rund 400 Kilometer auf dem Tacho stehen. Eintauchen in entlegene Gegenden und stille Landschaften ist unser Programm. Auf dem wir deutlich mehr Vierbeinern, insbesondere den verbreiteten Saler- und Aubrac-Rindern, als Menschen und Fahrzeugen begegnen. Zumindest, wenn man die Stopps in den überschaubaren Ortschaften nicht mitzählt.

Massiac, an der Alagnon-Schlucht, ist eines dieser wenigen, belebten Städtchen. Auf einem Basaltfelsen oberhalb thront die denkmalgeschützte Kapelle Sainte-Madeleine. Die gut mit dem Camper erreichbar ist. Einen feinen 360-Grad-Ausblick genießt man von dort. Wir nutzen die gute Einkaufsinfrastruktur im Zentrum und probieren die speziellen Macarons, die hier aus Haselnüssen hergestellt werden. Unser Camper steht auf dem städtischen Campingplatz, der in der Nebensaison mit Self-check-in betrieben wird. Gut eingedeckt mit Proviant, Wasser und Kraftstoff starten wir in den nächsten Tag, der uns in das wenig besiedelte Cantal-Gebirge bringt.

Bauwerk des Meisters

Einen ersten Halt machen wir in Saint-Flour, dem mit knapp 7.000 Einwohnern zweitgrößten Städtchen im Cantal. Dominiert wird es von der mächtigen, aus dunklem Basalt erbauten Kathedrale Saint-Pierre mit zwei rechteckigen Türmen. Ein Blickfang in neuem Glanz ist der Place d’Armes, mit einladenden Restaurants und Bars, der 2025 umfangreich saniert und poliert wurde. Wir spazieren durch den Torbogen am Tourismusbüro und gelangen zu einer Felsterrasse. Eindrucksvoll der Blick auf die Unterstadt und die Margeride-Hügel. Bereits zwölf Kilometer später erwartet uns das Viaduc de Garabit, ein von Gustave Eiffel erschaffenes Meisterwerk aus Eisen. Imposant spannt es sich über die Schlucht von Truyère. Mit einer Länge von 565 Metern und einer Bogen-Spannweite von 165 Metern gehört die 1884 fertiggestellte Brückenkonstruktion zu den Meisterwerken der Eisenbahnarchitektur. Die Züge der Causses Railway rattern noch heute über das knallrote Bauwerk.

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