Zwischen Friedenssaal und Flamingos, Wildpferden und Wasserschlössern zeigt sich das Münsterland überraschend vielfältig. Der Camping & Reise- Autor Michael Moll ist mit dem Wohnmobil unterwegs durch eine Region, die Geschichte, Natur und Entschleunigung verbindet.

Münster gilt als Fahrradstadt und genau davon profitieren auch wir als Wohnmobilreisende. Viele von uns haben das Rad ohnehin an Bord, und vom Campingplatz lässt sich die historische Altstadt bequem erradeln. Kaum sitzen meine Frau Monika und ich im Sattel, wird klar, wie selbstverständlich hier alles auf zwei Rädern funktioniert. »Eigentlich braucht man hier gar kein Auto«, stellen wir fest, während wir uns entspannt dem Zentrum nähern.
Fahrradtour durch Münster
Dort, wo 1648 mit dem Westfälischen Frieden der Dreißigjährige Krieg beendet wurde, bewegen wir uns heute rund um den Domplatz, der bis heute das geistige und geografische Zentrum Münsters markiert. An seiner Nordseite erhebt sich der St.- Paulus-Dom aus dem 13. Jahrhundert, der zwei Vorgängerbauten ersetzte. Wir bleiben einen Moment stehen, lassen den Blick über den Platz schweifen und lauschen dem Glockenspiel.
Verlassen wir den Domplatz in südöstlicher Richtung, gelangen wir über den Michaelisplatz zum Historischen Rathaus, einem weiteren Wahrzeichen Münsters. Auch dieses Bauwerk ist gotischen Ursprungs, wenngleich es nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs rekonstruiert wurde. Hier wurde Geschichte geschrieben, und doch wirkt der Platz heute offen und lebendig. Nur wenige Schritte entfernt ragt der erhaltene Turm des ehemaligen Stadthauses empor, während sich in westlicher Richtung die St.-Lamberti-Kirche erhebt. Sie wurde Ende des 14. Jahrhunderts von Kaufleuten finanziert und ist vor allem für die drei eisernen Körbe an ihrem Turm bekannt. In ihnen wurden im 16. Jahrhundert die Leichname der Täufer zur Schau gestellt. Heute erinnern Lichtinstallationen, die sogenannten Irrlichter, an dieses dunkle Kapitel der Stadtgeschichte.
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