Kamenz / Premstätten (AT) – Anlässlich des Welttags der Batterie am 18. Februar machen das deutsche Unternehmen Liofit und der österreichische Umwelt- und Recyclingdienstleister Saubermacher auf ihre Zusammenarbeit aufmerksam. Im Zentrum steht von Beginn an die Frage: Wie Reparatur und Recycling als gleichwertige Hebel einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft zusammenspielen können.

Das Paradoxon: Steigende Zahl ausgedienter E-Bike-Batterien und fehlende Reuse Ansätze
Die Zahl batteriebetriebener Produkte steigt stetig – insbesondere im Bereich der E-Mobilität. Im deutschsprachigen Raum sind mittlerweile rund 18 Millionen E-Bikes im Einsatz. Wenn der Akku mit der Zeit schwächer wird oder ausfällt, bedeutet das für viele NutzerInnen bislang häufig: Kauf eines neuen und Entsorgung des alten Akkus. Noch immer landen somit viele Batterien frühzeitig im Recycling, obwohl Teile davon – ohne Sicherheitsbedenken oder Qualitätsverlust – weiter nutzbar wären. Gleichzeitig stehen Recyclingunternehmen häufig vor der Herausforderung, große Mengen an Altbatterien effizient zu bewerten – oft ohne genaue Informationen über deren Reparatur- oder Wiederverwendungspotenzial.
Der Kern der gemeinsamen Initiative ist daher die Frage: Wie können Lithium-Ionen-Batterien zukünftig länger im Kreislauf gehalten, Ressourcen geschont sowie CO2-Emissionen und Kosten gespart werden?
Partnerschaft auf Augenhöhe: Beiderseitiger Wissenstransfer
Genau an dieser Kernfrage setzt die Initiative von Liofit und Saubermacher an. Beide Partner haben gemeinsam Prozesse entwickelt, um Lithium-Ionen-Batterien effizient zu bewerten und sinnvoll zuzuordnen: Second Use oder Recycling.
Liofit steuert Datenbanken, Diagnose-Software, Reparatur-Know-how und praxisnahe Videoanleitungen bei.
Saubermacher bringt dagegen Infrastruktur, Manpower und Erfahrung im Recycling ein und sorgt dafür, dass die Prozesse skaliert und in der Praxis umgesetzt werden können.
Intelligente Bewertung und messbare erste Erfolge
Am Standort Premstätten werden Batterien systematisch erfasst und vorsortiert. Mithilfe der von Liofit entwickelten Software kann frühzeitig eine Entscheidung über die Batterie getroffen werden. Per Etikett-Scan und ohne den Akku zu öffnen gibt die Anwendung mit grün oder rotem Signal preis, welche Akkus sich für Second Use eignen, welche Komponenten als Ersatzteile genutzt werden können und welche Batterien direkt ins Recycling kommen.

Da jeder Akku anders ist, muss individuell geprüft und ausgebaut werden. Dazu liefert die Datenbank von Liofit praxisnahe Videoanleitungen und Schulungen. So wird letztlich sichergestellt, dass nur Batterien, die tatsächlich nicht wiederverwendbar sind, recycelt werden.
Die bisherigen Tests zeigen, dass rund 60 % der geprüften Akkus für Second Use – also als Ersatzteilquelle – genutzt werden können.
Mehrfach-Nutzen für Umwelt und Gesellschaft
Die Initiative schafft Vorteile auf mehreren Ebenen: NutzerInnen erhalten eine echte und wirtschaftlich attraktive Reparaturoption und sparen im Durchschnitt rund 50 Prozent der Kosten im Vergleich zu einem Neukauf. Gut zu wissen ist auch, dass eine Reparatur die Lebensdauer des Akkus verdoppelt. Für Recycler eröffnen sich durch Second Use Ansätze neue Wertschöpfungspotenziale, während Umwelt und Gesellschaft insgesamt von weniger Abfall und einem deutlich geringeren Ressourcenverbrauch profitieren.
Blick nach vorn: EU-Batterieverordnung und nachhaltige Batteriewertschöpfungskette
Mit Blick auf die EU-Batterieverordnung, die Reparierbarkeit, Ersatzteilverfügbarkeit und längere Lebensdauer von Batterien stärker in den Fokus rückt, zeigt das Projekt: Viele Lösungen sind bereits heute umsetzbar, wenn Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette zusammenarbeiten.
Zum Tag der Batterie setzen Liofit und Saubermacher daher ein klares Zeichen: Reparatur und Recycling sind keine Gegensätze, sondern gemeinsam der Schlüssel zu einer nachhaltigen Batterienutzung.







