Bike&Travel Award 2026 – Ergebnisse der Leserwahl

Zum wiederholten Mal lud die Bike&Travel-Redaktion zur Wahl der beliebtesten Radreisen ein. Mehr als 37.000 Stimmen wurden abgegeben und zeigen, welche Touren und Regionen bei den Leserinnen und Lesern besonders hoch im Kurs stehen. Die Ergebnisse des Bike&Travel-Leservotings 2026 sowie die ausgezeichneten Sieger stellen wir im Folgenden vor.

Text: Loren Nowak / Bild: © Mosellandtouristik GmbH / Zeller Land / Inge Faust

Auch im vergangenen Jahr präsentierte Bike&Travel eine große Bandbreite an Radreisen – von bekannten Klassikern bis zu weniger frequentierten Strecken. Entsprechend anspruchsvoll gestaltete sich erneut die Wahl der beliebtesten Touren und Regionen. Insgesamt standen 54 Reisebeiträge zur Abstimmung. Zur besseren Orientierung wurden diese wie gewohnt in drei Kategorien gegliedert: Deutschland, Alpen sowie Europa und anderswo.

Über mehrere Monate hinweg hatten die Leserinnen und Leser die Möglichkeit, für ihre Favoriten zu stimmen. Die Beteiligung war erneut hoch: Mehr als 37.000 Stimmen gingen beim Voting ein. Die Redaktion von Bike&Travel bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden für das große Interesse, die zahlreichen Rückmeldungen und die rege Beteiligung am Leservoting.

Das Ergebnis zeigt, welche Radregionen und Routen aktuell besonders geschätzt werden – sei es aufgrund landschaftlicher Vielfalt, guter Infrastruktur oder eines stimmigen Gesamterlebnisses.

Kategorie »Die beliebtesten Touren in Deutschland«

Von entspannt bis sportlich – wer Deutschland mit dem Rad erkundet, bekommt viel Abwechslung und Erholung geboten.

1. Platz: Donauradweg

Platz 1 für den Donauradweg: Sabine Malecha (Mitte), Geschäftsführung Deutsche Donau Tourismus e. V., und Vanessa Kast-Adamek (links) freuen sich über den Sieg in der Kategorie »Die beliebtesten Touren in Deutschland«. Die Ehrung nahm Marion Nunn (rechts, MSV Medien Baden-Baden) vor.

Der Donauradweg begleitet den Autor von Donaueschingen bis hinter Passau. Zu Beginn lohnt ein Besuch der Quelle in Donaueschingen. Der kleine Fluss wird auf der Radreise entlang der Donau in Deutschland zu einer stattlichen Majestät. Hübsche Fachwerkstädte und eindrucksvolle Naturlandschaften reihen sich wie Perlen aneinander – egal, ob es durch das Obere Donautal oder durch die Weltenburger Enge geht. Städte wie Ulm, Neuburg, Ingolstadt, Regensburg und Passau laden zu Pausen ein. Auch kulinarisch hat die Region viel zu bieten: Unzählige Biersorten, Maultaschen und Weißwürste gehören zu den regionalen Spezialitäten. Die Strecke ist besonders familienfreundlich und aufgrund geringer Steigungen ein Top-Radreiseziel.
deutsche-donau.de

2. Platz: Fränkischer WasserRadweg

Wieder auf dem Siegerpodest: Benedikt Kamm (AG Fränkischer WasserRadweg, links) und Hans-Dieter Niederprümm, Geschäftsführer des Tourismusverbands Fränkisches Seenland (Mitte), feiern Platz 2 für den Fränkischen WasserRadweg. Die Auszeichnung überreichte Marion Nunn (MSV Medien Baden-Baden).

Der Fränkische WasserRadweg führt auf rund 460 Kilometern durch Bayerns kontrastreiche Mitte und verbindet Fluss- und Seenlandschaften mit historischen Städten, Burgen und Schlössern. Die gut ausgeschilderte Rundtour verläuft überwiegend am Wasser entlang und erschließt drei Regionen: das Romantische Franken, den Naturpark Altmühltal und das Fränkische Seenland. Entlang von Flüssen, Kanälen und Seen passieren Radler Orte wie Rothenburg ob der Tauber, Dinkelsbühl, Ansbach, Neumarkt und Gunzenhausen. Badeseen, lebendige Altstädte und regionale Küche sorgen für Abwechslung. Mehrere kleine Rundtouren sowie eine große Runde ermöglichen eine flexible Etappenplanung und machen die Route besonders vielseitig.
fränkischer-wesserradweg.de

3. Platz: GeoRadweg Altmühltal

Für Entdecker: der GeoRadweg Altmühltal. Daniela Leschke (MSV Medien Baden-Baden, rechts) verleiht Heike Baumgärtner (links), der stellvertretenden Geschäftsführerin des Tourismusverbands Naturpark Altmühltal, die Urkunde für den 3. Platz in der Kategorie »Die beliebtesten Touren in Deutschland«.

Der GeoRadweg Altmühltal führt durch den Naturpark Altmühltal und verbindet Radfahren mit einer Zeitreise durch 147 Millionen Jahre Erdgeschichte. Die Route verläuft vom Rieskrater bei Nördlingen über das Altmühltal bis nach Kelheim und passiert Jurafelsen, Fossilienfundstätten, Flusstäler und historische Orte wie Solnhofen, Eichstätt oder Riedenburg. Geologie, Kultur und Natur greifen dabei entlang von Altmühl, Urdonau und Donau eng ineinander.
georadweg-altmühltal.de

▶ Die Platzierungen 4-10 im Kurzüberblick

Platz 4: Weserbergland
Platz 5: Elberadweg Süd
Platz 6: Ruhrtalradweg
Platz 7: Heimatschleife im Emsland
Platz 8: Mainviereck im Spessart
Platz 9: Radregion Brandenburg
Platz 10: Gute Route Niedersachsen

Kategorie »Die beliebtesten Alpentouren«

Majestätische Gipfel, Panoramablicke und urige Almhütten – an eine Radreise in den Alpen wird man sich noch lange danach erinnern.

1. Platz: Bodensee-Königssee-Radweg

Ausgezeichnete Strecke: Der Bodensee-Königssee-Radweg sichert sich Platz 1 in der Kategorie »Die beliebtesten Alpentouren«. Franz Reil, Geschäftsführer von Alpin Consult, nahm die Urkunde freudig von Marion Nunn (MSV Medien Baden-Baden) entgegen.

Der Bodensee-Königssee-Radweg begleitet Radreisende entlang des deutschen Alpenrands von Lindau bis nach Berchtesgaden. Die Route verbindet alpine Landschaften mit Seen, Mooren und historischen Orten. Höhepunkte sind Chiemsee, Tegernsee und Königssee ebenso wie kulturelle Ziele wie die Wieskirche, Benediktbeuern oder die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Der Weg meidet große Straßen, führt über ruhige Nebenrouten, durch Dörfer, Flusstäler und aussichtsreiche Höhenzüge. Zahlreiche Badeplätze, Einkehrmöglichkeiten und flexible Übernachtungsorte prägen den genussvollen Charakter der Strecke. Trotz einiger Höhenmeter steht nicht sportlicher Ehrgeiz, sondern das bewusste Unterwegssein zwischen Natur, Kultur und Alpenpanorama im Mittelpunkt.
bodensee-koenigssee-radweg.de

2. Platz: Trentino

Das Trentino gilt als vielseitiges Fahrradparadies zwischen Dolomiten und Gardasee und verbindet alpine Landschaften mit Seen, Kultur und italienischer Lebensart. Dichte Wälder, große Schutzgebiete und ein gut ausgebautes Rad- und Mountainbike-Netz machen die Region für Genussradler wie sportliche Biker attraktiv. Im Val di Non prägen Apfelplantagen, Schlösser und weite Talblicke die Touren, im Frühjahr verwandelt die Blüte das Tal in ein farbiges Meer. Anspruchsvoller zeigt sich das Val di Sole mit hochalpinen Routen, Blicken auf Ortler- und Adamello-Gruppe sowie Radwegen entlang des Flusses Noce. Ergänzt wird das Angebot durch Bike-Bus und Bike-Zug. Auf der Alpe Cimbra verbinden ehemalige Militärstraßen Mountainbiken mit Geschichte, Kultur und weiten Ausblicken über Hochplateaus und Täler.
visittrentino.info

3. Platz: Radregion Kärnten

Kärnten zählt zu den beliebtesten Radregionen Österreichs und verbindet alpines Panorama mit mediterranem Flair. Warme Seen, sanfte Täler und ein dichtes Radwegenetz prägen das südlichste Bundesland. Zu den Klassikern gehören die Kärnten Seen-Schleife, der Alpe-Adria-Radweg und der Drauradweg. Sie führen durch abwechslungsreiche Landschaften, vorbei an Seen, Flüssen und Burgen. Badepausen, kulinarische Stationen und gute Bahn- und E-Bike-Anbindungen machen die Routen besonders attraktiv für Genussradler wie auch für sportlich Aktive.
kaernten.at

▶ Die Platzierungen 4-7 im Kurzüberblick

Platz 4: Drauradweg (Österreich)
Platz 5: Von den Alpen zum Nordkapp
Platz 6: Große Bern-Rundfahrt (Schweiz)
Platz 7: Veloland 8 (Schweiz)

Kategorie »Die beliebtesten Touren in Europa und anderswo«

Sie haben etwas mehr Zeit? Ab auf eine Urlaubs-Radreise in Europa und Anderswo!

1. Platz: Donauradweg

Der Abschnitt des Donauradwegs von Hainburg bis Belgrad zeigt den Fluss als Grenzgänger zwischen Kulturlandschaften und ursprünglicher Natur. Über die Slowakei und Ungarn führt die Route von bestens ausgebauten Radwegen durch Auwälder, Flussarme und weite Ebenen bis in die Metropolen Bratislava und Budapest, wo die Donau von monumentaler Architektur begleitet wird. Östlich davon wandelt sich ihr Charakter deutlich: In Serbien verlaufen die Wege teils naturbelassen durch stille Flusslandschaften mit alten Auwäldern, Seitenarmen und ländlichen Regionen. Ziel ist Belgrad, wo der Zusammenfluss von Donau und Save den Übergang in den wilden Südosten Europas markiert – ein markanter Etappenpunkt auf dem Weg zum Schwarzen Meer.
eurovelo.com/ev6
slovakia.travel
visithungary.com
serbia.travel
deutsche-donau.de

2. Platz: Burgenland

Strahlender Gewinner: Andreas Sagmeister, Team Marketing Services bei der Burgenland Tourismus GmbH, erhielt von Tanja Willmann (MSV Medien Baden-Baden) die Auszeichnung für Platz 2 in der Kategorie »Die beliebtesten Regionen in Europa« für das Burgenland.

Das Burgenland gilt als Österreichs sonnigste Radregion und eröffnet dank rund 300 Sonnentagen und mildem pannonischem Klima besonders früh die Radsaison. Zwischen den Ausläufern der Alpen und der Pannonischen Tiefebene erstreckt sich ein rund 3.300 Kilometer langes Radwegenetz, das überwiegend flach durch Seenlandschaften, Schilfgürtel, Weinberge und weite Ebenen führt. Etwa 20 gut ausgebaute Radrouten erschließen sechs Naturparks sowie den Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel mit seiner artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Burgen, Schlösser, historische Orte und Thermalquellen setzen kulturelle Akzente entlang der Strecken. Die abwechslungsreiche Landschaft mit sanften Hügeln, Flussläufen und offenen Weiten macht das Burgenland zu einer idealen Region für Genussradler.
burgenland.info
velontour.info

3. Platz: Dolomiten

San Vigilio in den Dolomiten verbindet anspruchsvolle Mountainbike-Abfahrten mit flowigen Trails und intensiven Naturerlebnissen. Zwischen den Naturparks Fanes- Sennes-Prags und Puez- Geisler sowie dem Kronplatz gibt es eine große Auswahl an Touren – von sanften Panoramarunden bis zu legendären Singletrails wie dem Herrnsteig. Nachhaltigkeit, alpine Landschaften und Südtiroler Lebensart prägen das Bike-Erlebnis im UNESCO-Weltnaturerbe.
sanvigilio.com
signature-trails.com/san-vigilio
bike-holidays.com

▶ Die Platzierungen 4-10 im Kurzüberblick

Platz 4: Côte d’Azur (Frankreich)
Platz 5: Südschweden
Platz 6: Krimmler Achental (Österreich)
Platz 7: Donauradweg (Teil 3)
Platz 8: Westküste Sardinien (Italien)
Platz 9: Französische Atlantikküste
Platz 10: Rocky Mountains (USA)

Bike&Travel Magazin 02/2026 Magazin Cover

Weitere Informationen zu den Gewinnern und beeindruckende Bilder zu den Touren finden Sie im Bike&Travel Magazin 02/2026.
Jetzt im Online-Shop entdecken »

Verwandte Beiträge

Für Jeden Anspruch etwas dabei

»Egal, ob mit Gravelbike, Mountainbike oder E-Bike, genießen wird man die Gravel Austria auf jeden Fall«, stellt Sebastian fest. Oberösterreich ist mit vielen Trails und losem Untergrund möglicherweise eher für Mountainbikes geeignet. Die Strecke durch Tirol kann hingegen größtenteils sogar mit dem Rennrad befahren werden, während die Strecke in Niederösterreich rund 35 Prozent, in Vorarlberg rund 30 Prozent Gravelanteil hat. Auch Felix war durch Niederösterreich auf einem Gravelbike mit etwas breiteren Reifen und einer Federgabel unterwegs. Technisch sei es so gut fahrbar gewesen. »Wenig Straße, viele Feldwege, tolle Landschaft«, fasst Felix zusammen.

 

Kathrin, eine Outdoor-Bloggerin, die in den Niederlanden lebt, fuhr wiederum auf einem Reiserad mit Gravellenker von Ost nach West durch Tirol. Auch sie bestätigt: Österreich ist total auf Fahrradfahrer eingestellt. »Die Infrastruktur in den Kitzbühler Alpen und im Inntal ist hervorragend. Ich musste wenig vorplanen und habe immer spontan eine Unterkunft gefunden«, weiß sie zu berichten. Die Unterkünfte, die sie angesteuert hatte, verfügten über Werkstätten und Ski- bzw. Fahrradkeller. Da die Grenze nach Tirol auf einem Bergpass liegt, ist Kathrin in Zell am See im Salzburger Land gestartet. »Aus den 3.000 Kilometern Gesamtroute kann man sich diejenigen Abschnitte heraussuchen, die am besten auf die Kondition passen«, lobt sie. Aber auch die Jahreszeit und das Wetter können den individuellen Zuschnitt der Strecke beeinflussen.

Im Inntal kann es zum Beispiel sehr heiß werden. Der höchste Punkt der Strecke durch Tirol liegt um die 1.300 Meter und ist oft schon im frühen Herbst und bis Anfang des Sommers schneebedeckt. »Man lernt so unglaublich viel über das Land«, resümiert Kathrin. Sie war besonders beeindruckt vom schicken Ambiente in Kitzbühel. Die Essenz der Radtour durch Österreich war für sie, »dass man einfach in der Früh aufwachen und ohne viel zu planen losfahren kann und dabei weiß, dass man am Abend eine tolles Hotel finden wird und nicht in einer Sackgasse landet.«

Gutes Essen, tolle Landschaften, tolle Menschen und unendlicher Schotterspaß: Österreich ist wie geschaffen für das Graveln und die Gravel Austria die einzigartige Möglichkeit, das ganze Land auf zwei Rädern zu erleben.

Von See zu See durchs Salzburger Land

Im Folgejahr führte die Gravel-Route Sebastian durchs imposanten Salzburger Land von See zu See und von Wasserfall zu Wasserfall. Die Gravel Austria führt auf ihrem Rundkurs, der grob die Grenzen des Landes nachzeichnet, gleich zwei Mal durch das österreichische Bundesland. Sebastian fuhr von Saalbach zum Salzkammergut mit Auftakt auf einem aussichtsreichen Höhenweg. Flowig wurde es auf dem Asitztrail in Leogang. Später wartete nach jedem Anstieg ein Postkartenmotiv: Die Mandlwände am Hochkönig, die imposante Dachstein-Südwand, die Serpentinen der alten Postalmstraße im Tennengau sowie der Wolfgangsee und Fuschlsee.

Der südliche, rund 90 Kilometer lange Abschnitt, führt vom Großglockner nach Mittersill und dort zum Abschluss über den Pass Thurn insgesamt rund 900 Höhenmeter bergauf. Startet man die Gravel Austria im Nordwesten, am Bodensee, und fährt von West nach Ost, dann ist die Südvariante der Rückweg.
Im Anschluss an das Salzburger Land radelte Sebastian gleich weitere 450 Kilometer und mehr als 8.000 Höhenmeter durch Oberösterreich. Die Strecke, deren Gravelanteil knapp 30 Prozent beträgt und die sonst über asphaltierte Wege und Straßen verläuft, hat kaum einen ebenen Kilometer aufzuweisen. Lediglich entlang einer der vielen schönen Seen oder Flüsse kann man kurzzeitig durchatmen. Unbestrittene Höhepunkte sind der Mondsee im ersten Abschnitt der Tour sowie die Kulturhauptstadt 2024, Bad Ischl, die im letzten Drittel auf einem Abstecher erreichbar ist. Zwischendrin geht es auf einer Schleife durch das Innere Salzkammergut mit der Flussregion Traun, den Kalkalpen und seinen unzähligen kleineren und größeren Seen.

Das Innviertel, das man auf der Gravel Austria ebenfalls durchfährt, wirbt für sich mit der größten Dichte an Brauereien in Österreich. Durst hat man beim Auf und Ab in der hügeligen Landschaft definitiv immer. Besonders idyllisch ist auch der Abschnitt durch das Mühlviertler Granitland. Der abwechslungsreiche Wegemix durch den Böhmerwald verläuft zunächst an der österreichisch-tschechischen Grenze entlang und macht sogar einen kleinen Schlenker nach Tschechien. Mit der Überquerung der höchsten Passstraße Österreichs, dem Koblpass, schafft man den Sprung hinüber nach Niederösterreich.

Pässe, Dörfer und Flussradwege

Ganz anders war die Herangehensweise von Sebastian aus Hamburg, der diesen Sommer durch das Salzburger Land und Oberösterreich geradelt ist und somit Österreich von West nach Ost durchquert hat. Schon im Vorjahr hatte er die damals von der Österreich Werbung ganz neu eingerichtete Gravel Austria auf dem Abschnitt von Bregenz bis zum Traunsee ausprobiert. Seine Erlebnisse hat er in einer Folge seines Podcasts »Off the Path« präsentiert. »Ich war überrascht, wie unglaublich abwechslungsreich das Land ist«, erzählt er. Man radelt über Pässe, durch Dörfer oder auf Flussradwegen und ist dabei stets ganz nah an der Natur.

Sebastian hat seine Radreise im Gegensatz zu Felix ganz langsam angefangen. Am ersten Tag hatte er etwas über 20 Kilometer auf dem Tacho, dann etwas über 30 Kilometer, um am Ende seiner insgesamt 12-tägigen Tour mit insgesamt 1.400 Kilometern Strecke schließlich auch 100 Kilometer und rund 2.000 Höhenmeter am Tag zu schaffen. »Am dritten Tag gewöhnt sich der Körper daran«, stellte er fest.

»Dadurch, dass man jederzeit und überall Unterkünfte bekommt, kann man sich komplett an seine Fitness und das Wetter anpassen«, zeigt er sich begeistert. Auf dem Abschnitt von Bregenz bis zum Traunsee, hatte er lediglich in besonders touristischen Orten wie am Achensee, am Wolfgangsee oder in Bregenz Probleme bei der Unterkunftssuche. »In Oberösterreich wurde es ein wenig dünner und ich habe festgestellt, dass ich besser hätte planen müssen. Dennoch muss ich sagen, dass Österreich, was die Infrastruktur betrifft, ein Traum ist«, weiß der Podcaster zu berichten, der auf seinen Touren mit Hitze genauso wie mit Regen zu kämpfen hatte. Die Kombination aus teils steilen Anstiegen, losem Untergrund und wechselnden Wetterbedingungen macht jede Etappe zu einer Herausforderung. Besonders in den Alpen kann das Wetter schnell umschlagen, und plötzlich findet man sich in dichtem Nebel oder einem unerwarteten Regenschauer wieder. Je nach Abschnitt und Höhe kann man jedoch schon früh im Jahr fahren. Felix’ höchster Punkt auf der Tour lag zum Beispiel auf 1.400 Meter Höhe, wo ein eisiger Wind ihn erwartete.

Insbesondere die rund 260 Kilometer lange Strecke durch Vorarlberg, die Sebastian zur Hälfte gefahren ist, ist außerhalb der Sommersaison nur unter Vorbehalt zu empfehlen: Kops und das Ganifer Tal liegen sehr hoch und werden nicht geräumt. Bis Juni kann hier Schnee liegen, außerdem gilt der erste Abschnitt beim Stausee Kops als äußerst herausfordernd, da er bergab sehr steil ist. Dieses kurze Stück sollte bei Eisgefahr unbedingt geschoben werden. Nach dieser atemberaubenden Abfahrt rollt man dann aber entlang der Ill gemütlich bergab durch das Haupttal des Montafon und tritt dann wieder mit hoher Frequenz bergauf über das Laternsertal bis nach Übersaxen. Den anschließenden etwas steileren Abschnitt von Götzis hinauf zur Emser-Hütte, wo eine wunderbare Fernsicht bis zum Bodensee für die brennenden Waden entschädigt, kann man auch umfahren.

Auch der von Sebastian gewählte Abschnitt vom Bodensee aus beginnt knackig mit einem fordernden Anstieg von Bregenz in Richtung Pfänder, auf den eine spannende Gravel-Abfahrt in den Bregenzerwald folgt. Weiter geht es von Bizau nach Mellau und über das wunderschöne Hochplateau am Fuß der Kanisfluh nach Au. Nach Schoppernau beginnt der längste Anstieg der Tour in Richtung Warth.

Am letzten Tag sind die Beine eingefahren

Nach einem Ost- und einem Südschwenk verlässt die Gravel Austria Tour Niederösterreich, um bei St. Sebastian an drei einladenden Badeseen vorbeizuführen. Felix kühlte sich am Fluss-Strandbad in Hollenstein die heißgelaufenen Füße ab. Nur kurz, wie er betont, denn der sportliche Streckenzuschnitt, den er gewählt hatte (fünf Tage für 528 Kilometer), ließ nicht allzu viele Pausen zu. Von Hollenstein kann, wer sich dort doch länger aufhalten möchte, die Abkürzung über den Ybbstalradweg nach Göstling nehmen und damit einige Höhenmeter sparen.

Nach einem kurzen Abstecher nach Mariazell führt die Route dann entlang der Traisen Richtung Norden und weiter durch das Gölsental, die Region Elsbeere Wienerwald und durch den Biosphärenpark Wienerwald bis nach Klosterneuburg. Hier wird die Landschaft wieder sanfter, rollt man teilweise gemütlich dahin, während die Postkartenpanoramen an einem vorbeiziehen. »Es war malerisch mit den endlosen Fernblicken«, schwärmt Felix. Die Anstiege, so Felix, haben es in sich, aber die Aussichten lohnen sich jedesmal.

Besonders beeindruckend fand Felix das Wahrzeichen des Mostviertels, die barocke Basilika des Sonntagberges, die man auf einer Panoramastraße erreicht. Durch unberührte Wälder, über Bergrücken mit Traumaussichten und zahlreiche urige Dörfer geht der Weg weiter nach Nordosten und vorbei an Lilienfeld bis zur Donau bei Wien. Die Hauptstadt wird in einem großen Bogen im Süden umfahren, wobei ein Abstecher in die City sich durchaus lohnt. Für Felix und seinen Gravelpartner liegt der Vorteil der letzten Etappe genau darin, dass man sich zwar in der Natur aufhält, aber dennoch jederzeit in die Stadt abbiegen und die Tour somit flexibel beenden kann.

»Am letzten Tag waren die gröbsten Höhenmeter raus und die Beine eingefahren«, erinnert sich Felix an die letzte Etappe bis zur Grenze zum Burgenland. Hier hatte er trotz schlechter Witterung, Nebel und Regen besonders große Freude. Die Sinneseindrücke, Vogelstimmen, Gerüche nahm er intensiv wahr. Letztlich sind es die kleinen Genussmomente, wie das Füßekühlen in der Ybbs, die Nacht in Göstling, ein Stopp am See in Lunz, die sich auf dieser Tour tief in das Gedächtnis eingraben.

Knackige Anstiege mit tollen Aussichten

Vor allem die ständig wechselnden Landschaftseindrücke sollte man in Ruhe auf sich wirken lassen: Die Strecke durch das nordöstliche Bundesland startet in Liebenstein in der Gemeinde Liebenau, noch in Oberösterreich. Die Tour führt zunächst durchs Waldviertel, das als ehemaliger Bestandteil der sogenannten »Böhmischen Masse« als ältestes Gebirge Österreichs gilt. Mit ihren wilden Fluss- und Moorlandschaften, sanften Hügeln und dichten Wäldern, die von einem engmaschigen Netz an Waldwegen durchzogen werden, ist die Region ein Graveltraum. Mit stetem Auf und Ab tritt man entlang des Granit-Trails Richtung Donau. In Ybbs stößt man auf den Donauradweg, dem man hier bis nach Wien folgen könnte. Abenteuerlicher, wenn auch nicht so bequem ist es, den Umweg über die Schotterpisten und flowigen Trails der Gravel Austria zu nehmen.

Über Waidhofen an der Ybbs geht es nach Süden in den Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen. Die kulturhistorisch bedeutende Region, deren Namen sich von der jahrhundertelangen Tradition der Eisenverarbeitung und Eisenproduktion ableitet und die sich über Teile der Steiermark, Oberösterreichs und Niederösterreichs erstreckt, ist vor allem ein bekanntes Ziel für Mountainbiker. Mit dem Gravelbike hat man auf den Schotter- und Waldwegen zu Almen, Wildwasserflüssen und malerischen Bergdörfen sowie auf einigen anspruchsvollen Abfahrten aber genauso viel Freude.

Start/Ziel
z. B. Wien oder Innsbruck
Aufstieg
51.000 Hm
Strecke
3.000 km

Dauer
14–35 Tage

Beste Zeit
Frühsommer bis Herbst

CHARAKTER
Die Gravel Austria zeigt auf jedem Abschnitt und in jedem Bundesland (nur das Bundesland Wien wird ausgespart) einen anderen Charakter, so dass jeder die für seine Ansprüche passende Teilstrecke finden kann. Die Gesamtstrecke muss allerdings als sehr anspruchsvoll eingeordnet werden, da sie auf vielen Etappen ein sehr sportliches Höhenprofil aufweist. Die Länge der Etappen kann sehr individuell zugeschnitten werden, da sich überall viele Unterkunftsoptionen bieten. Die über 3.000 Kilometer lange Tour führt überwiegend über Schotterpisten; es sind aber durchaus auch längere Abschnitte auf verkehrsarmen Nebenstraßen sowie der eine oder andere Singletrail enthalten. Die abwechslungsreichen Streckenabschnitte führen durch einmalige Berg-, Wald- und Seenlandschaften. 14–35 Tage sollte man für die Gravel-Austria-Route einplanen.
to.austria.info/gravel

ÜBERNACHTEN
In der Komoot-Collection zu Gravel Austria und auf der Homepage der Österreich Werbung finden sich übrigens auch zu jedem Abschnitt Tipps für besonders fahrradfreundliche Unterkünfte.
austria.info/de/aktivitaeten/radurlaub-in-oesterreich/gravelbiken

ANREISE
Die größeren Städte entlang der Gravel Austria sind hervorragend mit dem Zug erreichbar. Nicht nur innerhalb Österreichs kommt man mit der Bahn gut von einer Etappe zur anderen. Auch von Deutschland aus gibt es sogar Direktverbindungen von München nach Innsbruck. Die Mitnahme von Fahrrädern ist in den Zügen der ÖBB grundsätzlich möglich. In Fernverkehrszügen muss man einen Fahrradstellplatz reservieren. Wien, Salzburg und Innsbruck erreicht man zudem auch mit dem Flugzeug.
oebb.at

BESTE ZEIT
Die beste Reisezeit für die komplette Tour ist der Sommer. Die tiefer gelegenen Abschnitte können auch im Frühjahr und Herbst befahren werden. Auf den Alpenpässen kann es dann jedoch noch/schon schneien. Im Sommer sollte man Unterkünfte vorbuchen.

ABSCHNITTE
Vorarlberg
Strecke: 250 km
Auf-/Abstieg: 6.260 Hm/6.590 Hm
Dauer: ca 3–5 Tage
Start/Ziel: Stausee Kops/Warth
Charakter: Der Abschnitt enthält ca. 30 % Gravel-Anteil. Die maximale Steigung liegt bei ungefähr 20 %. Der erste Abschnitt beim Stausee Kops gilt als herausfordernd, da er bergab sehr steil ist. Die Etappe ist erst ab Mitte Mai/Juni empfohlen, da höher gelegene Abschnitte bei Kops und im Ganifer Tal nicht geräumt werden.

Tirol
Strecke:
166 km
Auf-/Abstieg: 3.260 Hm/2.160 Hm
Dauer: 2–3 Tage
Start/Ziel: Warth/Spielberghaus bei Kössen
Charakter: Die mittelschwere bis schwere Tour führt von Warth durchs Lechtal bis Ehrwald, dann durch das Gaistal und zuletzt anspruchsvoll durch das Karwendelgebirge und schließlich ins schicke und charmante Kufstein.

Salzburger Land
Strecke: 258 km
Auf-/Abstieg: 5.800 Hm/6.640 Hm
Dauer: 3–5 Tage
Start/Ziel: Spielberghaus bei Kössen/
St. Lorenz am Mondsee
Charakter: Der Gravelanteil der Strecke, die das Salzburgerland von West nach Ost quert und mit einem aussichtsreichen Höhenweg über Saalbach startet, beträgt rund 35 %, der Rest sind asphaltierte Wege und Straßen. Es gibt kaum flache Abschnitte. Der Wolfgang- und der Fuschlsee sind nur zwei von vielen Höhepunkten.

Oberösterreich
Strecke:
445 km
Auf-/Abstieg: 8.230 Hm/7.730 Hm
Dauer: 5–9 Tage
Start/Ziel: St. Lorenz am Mondsee/ Liebenstein
Charakter: Die schwierige Strecke durch Oberösterreich mit großem Anteil (30 %) an Schotter und einigen Singletrails startet fulminant am Mondsee. In einer Schleife geht es durchs Innere Salzkammergut und später über steile Abschnitte ins Mühlviertel. Besonders abwechslungsreich sind die Wege im Böhmerwald.


Niederösterreich
Strecke: 523 km
Auf-/Abstieg: 9.080 Hm/9.900 Hm
Dauer: 5–10 Tage
Start/Ziel: Liebenstein/Wien, Schwadorf
Charakter: Der Gravelanteil dieses schwierigen Abschnitts beträgt 35 %; Singletrails machen 10 % aus. Eine vielfältige Landschaft, abwechslungsreiche Wege, radkompetente Gastgeber werden auf der Strecke, die zunächst durchs Waldviertel führt, geboten. Entlang des Granit-Trails geht es Richtung Donau, später durch die Region Elsbeere Wienerwald und durch das Biosphärenreservat Wienerwald bis nach Klosterneuburg. Wien wird an der Stadtgrenze entlang im Süden umrundet.

Burgenland
Strecke: 347 km
Auf-/Abstieg: 3.160 Hm/3.060 Hm
Dauer: 3–6 Tage
Start/Ziel: Wien, Schwabdorf/Neustift
Charakter: Überwiegend befestigte Wege. Der Abschnitt bis Oslip ist flach und führt entlang des Naturpark Neusieder See-Leithaberg. Die Tour führt mit einigen Anstiegen kurzzeitig durch Ungarn. Der letzte Abschnitt ab Lockenhaus ist anspruchsvoller.

Steiermark
Strecke: 165 km
Auf-/Abstieg: 1.890 Hm/1.800 Hm
Dauer: 1–3 Tage
Start/Ziel: Neustift/Lavamünd
Charakter: Die Tour, die etwa 40 Kilometer über Schotter und 125 Kilometer auf Asphalt verläuft, führt entlang der burgenländisch-steirischen Grenze auf dem Themenradweg R12. Der Abschnitt durch die Südsteiermark bis nach Bad Radkersburg ist relativ eben. Über den Murradweg und die Südsteirische Weinstraße geht es weiter Richtung Slowenien und letztlich über die Grenze ins Drautal.

Kärnten
Strecke: 295 km
Auf-/Abstieg: 4.200 Hm/2.050 Hm
Dauer: 4–7 Tage
Start/Ziel: Lavamünd/Großglocknerpass
Charakter: Die Tour führt zunächst entlang des Drauradwegs, der zu 50 % geschottert, zu 50 % asphaltiert ist. Das letzte Drittel des Wegs führt über die Großglockner-Passstraße, was trotz des asphaltierten Untergrunds eine ernsthafte Herausforderung ist.

Salzburger Land (Rückweg)
Strecke: 87 km
Auf-/Abstieg: 890 Hm/2.130 Hm
Dauer: 1–2 Tage
Start/Ziel: Großglocknerpass/Thurn
Charakter: Der Abschnitt, der das Salzburger Land diesmal von Ost nach West quert, wird durch die Abfahrt auf der Großglocknerstraße eröffnet. Bis auf den Aufstieg nach Thurn am Ende ist das Radfahren hier eher gemächlich. Die Strecke führt durch einen längeren Tunnel, in dem ein Fahrradlicht erforderlich ist.

Tirol (Rückweg)
Strecke: 289 km
Auf-/Abstieg: 3.730 Hm/3.190 Hm
Dauer: 3–3‚5 Tage
Start/Ziel: Liebenstein/Wien, Schwabdorf
Charakter: Die Strecke, die Tirol von Ost nach West quer und überwiegend auf Schotter (50 %), aber auch über Singletrails (10 %) führt, beginnt mit einem knackigen Aufstieg zum Gauxjoch und einer anschließenden steilen Abfahrt auf losem Untergrund. Später führen gut ausgebaute Radwege und Straßenabschnitte ins Inntal. Über den Inntalweg geht es ohne Schwierigkeit nach Innsbruck. Ab Landeck wird es hügeliger und geht stets bergauf bis zum Stausee Kops auf 1.800 Meter Höhe.

Nichts mehr verpassen.

Abonnieren Sie unseren Newsletter!

Mit News zu unseren Magazinen und zu vielen weiteren Produkten aus unserem Verlagsprogramm. 

WIR HABEN DAS PASSENDE WEIHNACHTSGESCHENK!

Jetzt aus 17 Zeitschriften-Titeln & über 500 Produkten wählen!