Rund um den Ort Flachau im Salzburger Land spannt sich ein Gebiet, in dem Ennsradweg, Alpentrails und Stoneman-Passagen zu einer überraschend vielfältigen Spielwiese für E-Mountainbiker werden.

Am längsten Tag des Jahres ist mangelnde Zeit für eine Mountainbiketour selten das Problem, Schlaf dagegen schon. Wer den Sonnenaufgang sehen will, muss jetzt im Hochsommer unmoralisch früh raus. Für unseren ersten Tag in Flachau im Salzburger Land einigen wir uns deshalb auf eine Morgen- statt auf eine Sonnenaufgangstour und starten um 6 Uhr. »Immerhin eineinhalb Stunden später als der Gockelhahn«, versuche ich den spanischen Langschläfer Jesús zu motivieren, als wir von unserem Zimmer im Bike-Hotel Dips & Drops hinuntergehen in den angeschlossenen Fahrradladen.
Dort erwartet uns Jonas zwischen einer Flotte von 120 Rädern, darunter zwei E-Fullys, die genau auf uns eingestellt sind. Jonas leitet sowohl das Gym als auch den Bikehub und ist als ausgebildeter Mountainbike-Guide unser idealer Begleiter. Ein letzter Check und kurz darauf sitzen wir im Sattel. Zur Tür raus und nein, nicht wie Jonas die drei Treppenstufen direkt runter zur Straße, sondern über den barrierefreien Zugang. Der Tank ist voll und wir nutzen ihn. Im Turbo treten wir hoch zum Sattelbauer. Denn der Berggasthof habe laut Jonas – neben leckerem Essen, das es um diese Uhrzeit noch nicht gibt – einen imposanten Ausblick auf das Grießenkar, die Bischofsmütze, das Dachsteinmassiv und den Hausberg Lackenkogel. Flachau selbst liegt hinter sanften Hügeln unten im Tal. Vom weiten Talboden, in dem der Fluss Enns verläuft, ziehen sich Straßen, Forstwege und Pfade in die umliegenden Berge hinauf, quer durch das Wanderund Bike-Revier, das den Ort umgibt.
Morgenstimmung am Berg
Circa 45 Mountainbikerouten – sowohl für E-Bikes als auch für Bio-Bikes – sind in der direkten Umgebung ausgewiesen. In den nächsten Tagen werden wir einige davon kennenlernen. Weil Flachau eine bislang eher leise profilierte Bike-Region ist, erleben wir die Strecken nicht überfrequentiert. Und schon gar nicht heute Morgen. Auch hier oben beim Sattelbauer ist noch alles ruhig. Auf den Almwiesen grasen Kühe friedlich in der Morgenfrische. Später werden sie vor der Hitze des Sommers in den Schatten der Fichten flüchten und in Ruhe wiederkäuen. Wir haben dagegen noch nichts zum Wiederkäuen – genießen die Aussicht in vollen Zügen, bis der Bauch knurrt und es Zeit ist für den Rückweg ins Tal. Statt der Forststraße nehmen wir den verwurzelten Trail durch den Wald. Wir haben ihn für uns allein. Die Sonne steht jetzt schon hoch genug, um kleine Lichtinseln auf den Pfad zu zeichnen und den Farn am Wegesrand zum Leuchten zu bringen. Morgenstimmung am Berg, im Wald. Tief einatmen. Genau so soll es sein, das Leben. Die Treppenstufen vor dem Dips & Drops springt Jonas bei unserer Rückkehr auch wieder hoch. Ich überlege kurz – und fahre doch wieder außen rum.
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