Die Eifel ist perfekt für einen Trip mit dem Gravelbike. Es gibt genügend Möglichkeiten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin zu kommen. Die touristische Infrastruktur ist sehr gut, und die Auswahl an verschiedensten Radtouren ist groß. Thomas Pfeiffer hat sich die Prümtaltour angeschaut. Nach einem kühlen Empfang hat sich die Südeifel von ihrer besten Seite gezeigt: Kulturhighlights, Höhenmeter sammeln, auf flachen Bahntrassen flitzen, viel Ruhe und Natur sowie nette Begegnungen am Wegesrand.

Im leichten Nieselregen stehe ich fröstelnd in Jünkerath am Bahnhof. Ich überlege, ob es eine gute Idee gewesen ist, nur das Allernötigste mitzunehmen. Egal, einfach losfahren und schauen, wie es weitergeht! So rolle ich seitlich der Kyll auf einer ehemaligen Bahntrasse entlang Richtung Stadtkyll. Nach den ersten Kurbelumdrehungen sind meine Bedenken verflogen: Unterwegs zu sein und die Vorfreude auf das, was kommt, bestimmen jetzt meine Gedanken.
Über das Quellgebiet Richtung Prüm und Niederprüm
Da sich die Prümquelle abseits der Bahnlinie befindet, verlasse ich über das Wirfttal die Kyll, um später auf einem Forstweg noch weiter bergan zu fahren. Mein Puls schlägt kräftig, die Beine kurbeln den Schotterweg gleichmäßig Meter um Meter hinauf. Im Nirgendwo schieben zwei Radler vor mir ihre bepackten Ein- Gang-Hollandräder den schmalen Weg hinauf. Sie haben leuchtendes Ölzeug an. Voll schräg, so etwas habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Vor gut dreißig Jahren war dies auf Radreisen ein gewohnter Anblick. Ich grüße im Vorbeifahren und sehe, wie beide mit einem strahlenden Lächeln unter ihren Südwestern den Gruß erwidern. »Fantastisch«, denke ich mir, »genau das ist die richtige Einstellung. Die innere Haltung zum Fahrradreisen ist meist wichtiger als eine topmoderne Ausrüstung.«
Einige Anhöhen später weist in Reuth ein Schild auf die Tümpelquelle der Prüm hin. Auf dem Abstecher dorthin gelangt man in ein Sumpfgebiet im Arenberger Forst, wo es über Holzstege weiter an den Quellort geht. Von dort aus sammelt die Prüm auf ihrem Weg durch das Mittelgebirge stetig Wasser. Sie streckt sich über insgesamt 85 Flusskilometer und ist damit der zweitlängste Fluss in der Eifel.
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