Whisky vom Chiemsee

Hartnäckig verfolgte Oliver Lange über Jahrzehnte sein Ziel. Dann kam er über das Bierbrauen zu seiner eigentlichen Leidenschaft: Er eröffnete seine eigene Whisky-Brennerei. Die steht am „Bayerischen Meer“. Dort, im Voralpenland, sind die Bedingungen für die Reifung der feinen Spirituosen ideal

Text: Aliki Rettig / Foto: Sascha Rettig

Dieses Geschenk sollte Oliver Langes Leben nachhaltig verändern. Er war gerade erst 21 Jahre alt, als ihm der Vater eines Freundes von einer Schottlandreise Single Malt Whiskys mitbrachte – und die schmeckten Oliver Lange so gut, dass er Lust bekam auf mehr. Es sollte zwar noch ein paar Jahrzehnte dauern, dann aber erfüllte sich endlich sein Traum: Er eröffnete eine eigene Whisky-Destillerie im Alpenraum, die erste am Chiemsee. Denn dort sind die Bedingungen für Hochprozentiges überraschend gut.

Die Geschichte geht zurück in die 80er-Jahre. „In Deutschland gab es vor allem amerikanischen Bourbon und schottische Whiskys“, erinnert sich der heute 62-Jährige. Single Malts aber, die aus nur einer einzigen Brennerei stammen und kein Mischprodukt sind, seien damals unbekannter gewesen. So sehr es Oliver Lange aber auch reizte: Es klappte nicht sofort mit einer eigenen Single-Malt-Produktion, denn die Vergabe von Brennrechten war damals noch komplizierter als heute.

Stattdessen studierte er Brauwesen und unterrichtete später kurze Zeit an der Technischen Universität München, die am Wissenschaftszentrum Weihenstephan zu der Zeit den Lehrstuhl für Maschinen- und Apparatekunde betrieb. Anschließend machte er sich selbstständig im Bereich der Getränkeschankanlagen und hatte nach einigen Jahren genügend Eigenkapital gespart, um eine Brauerei zu gründen. „Eine eigene Brauerei, auch das war immer ein großes Ziel von mir.“ Mithilfe seines Vaters, eines Elektrikers, und seinem technischen Wissen baute er innerhalb von nur acht Monaten „Chiemseebräu“ auf, vieles davon, wie die Brauanlage, in Handarbeit. Das war 1994.

Die Brauerei gibt es noch immer. Laut Oliver Lange ist sie die kleinste gewerbliche Gasthausbrauerei zwischen München und Salzburg. Rund 15.000 Liter braut er dort im Jahr, vor allem helles, naturtrübes Bier, Weißbier und saisonale Produkte wie Bockbier. Demnächst soll noch ein dunkles Märzen hinzukommen. Ausgeschenkt wird es im gemütlich eingerichteten „Braustüberl“ in Grabenstätt unweit des Chiemsees, wo Familie Lange auch Obazda, hausgebackenes Brot und andere Kleinigkeiten serviert.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in Meine ALPEN Ausgabe 3/2026.

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