Berge und Seen – die perfekte Kombination für einen entspannten Urlaub. Eingerahmt von majestätischen, über 3.500 Meter hohen Gipfeln, am Ufer eines leuchtend blauen Sees, ist Zell am See-Kaprun der ideale Ort zum Abschalten und Entspannen. Vor allem im Herbst, wenn die Luft klar, das Licht sanft und die Tage geruhsam werden

Bist du eher der Typ Wasser oder eher der Typ Berg, wenn es um Urlaub geht? Klarer Fall: am besten beides. Die Kombination aus Wasser und Gebirge ist einfach unschlagbar. Genau das bietet Zell am See-Kaprun im österreichischen Pinzgau. Welch touristisches Potenzial in Zell am See steckt, erkannte bereits 1867 Rudolf Riemann, der damals per Postkutsche anreiste. Riemann war nicht nur ein finanzkräftiger Geschäftsmann, studierter Landwirt, Naturökonom und Naturwissenschaftler, sondern auch passionierter Bergsteiger. Er legte den Einwohnern ans Herz, sich dem Tourismus zu öffnen. Außerdem gilt er als Wegbereiter für den alpinen Tourismus im Pinzgau, erschloss viele Wege und Pfade auf der Schmittenhöhe.
Die 1.965 Meter hohe Schmittenhöhe ist der Hausberg von Zell am See. Und sie lockt mit Superlativen: Bis zu 30 Dreitausender hat man von hier aus im Blick. Doch an diesem Morgen geht der Blick aus dem Hotelfenster zu einer dichten Nebeldecke. Hingegen zeigt die Webcam der Bergstation, dass dort oben die Sonne scheint! Also nichts wie rauf, mit der ersten Gondel um 9 Uhr, um dem Nebel zu entfliehen.
Die Fahrt mit der Schmitten-Gondel ist ein Highlight. Silberfarben mit großflächigen Panoramafenstern, offener Struktur und einer abgerundeten, an einen glattgeschliffenen Kieselstein anmutenden Form, bietet sie großartige Aussichten auf die umliegende Bergwelt. Doch noch ist alles grau in grau. Mit jedem Höhenmeter wird es heller und heller, die Sonne bricht durch den Nebel, und ehe man es sich versieht, herrscht rundherum gleißendes Licht. Schnell der Griff zur Sonnenbrille, der Blick raubt einem den Atem: Über der Gondel spannt sich ein strahlend blauer Himmel, rundherum Berge über Berge, die sich über ein strahlend weißes, wattiges Wolkenmeer erheben.
Baden in den Bergen
Angekommen auf der Schmittenhöhe. Diesen Ausblick muss man erst mal sacken lassen. Eben noch im Nebel, eröffnet sich in der Höhe eine 360-Grad-Panoramasicht, die schier schwindlig macht. 30 Dreitausender der Hohen Tauern, eine einzige, ewige, schroffe Felsenarena aus Granit, Prasinit und Schiefer. So viel Weite, so viel Blick, so viele Berge. Und diese Stille. Eine andächtige Ruhe, die nicht ohne Wirkung bleibt. Der Puls senkt sich, der Atem wird tiefer und länger. Hier oben ist man im Einklang. Still dasitzen und genießen. Ein ähnlicher Effekt wie beim Waldbaden. Nur, dass man hier oben in den Bergen badet. In der klaren Luft, in den satten Farben des blauen Himmels und der weißen Wolken, die eine beruhigende Wirkung haben und die Sinne klären. Wie herrlich ist das!
Diesen Blick genoss einst die Kaiserin Elisabeth von Österreich. Vor etwas mehr als 140 Jahren. Am 9. August 1885 ist die outdoor- und sportbegeisterte Sisi in Begleitung eines Bergführers auf die Schmittenhöhe gewandert, um dort den Sonnenaufgang zu erleben. Heute kann auf ihren Spuren gewandelt werden: An der Elisabethkapelle beginnt ein familienfreundlicher Rundweg, der spektakuläre Ausblicke auf die Dreitausender bietet. Um den Kaiserblick zu genießen (und um spektakuläre Fotos aufzunehmen), bietet sich die Panorama- Plattform „Kaiserblick“ an. Von hier aus ist der Blick zum Großglockner und zum Dachstein phänomenal, während tief unten der blaue Zeller See emporleuchtet, denn die Sonne hat nun endlich den Nebel weggeschmolzen.
An der Bergstation beginnt der Erlebnisweg Höhenpromenade. Hier ist gemütliches Schlendern angesagt. Unterwegs laden viele Himmelsliegen, Schaukeln, Bänke und Tische zum Verweilen ein. Der Höhenweg zieht sich bis zum Sonnkogel, der auf 1.835 Metern einen weiteren atemberaubenden Panoramablick auf die umliegenden Berge eröffnet. Zur Einkehr bietet sich das Bergrestaurant Sonnkogel an. Es verwöhnt seine Gäste mit regionaler Kräuterküche und Pinzgauer Spezialitäten wie Alm-Gröstl aus der Pfanne, heimischem Wild und selbst gemachter Kräuterlimonade.
Zurück an der Bergstation: Im Herbst lockt hier das Festival „Wüd, Wüder, Wüderer“, das 2026 am 10. Oktober stattfindet, mit Live-Musik und regionalen Spezialitäten. Bei der Ausgabe 2025 sorgten „De Gschmeidign“ und „Die Vierhofner&DeSchoWida“ mit fetziger Volksmusik für Stimmung; das Programm für 2026 wird neu zusammengestellt. Dazu gibt es einen bunten Marktplatz mit heimischen Erzeugnissen von Winzern, Landwirtinnen, Metzgern, Kosmetikprodukten, Honig und Handwerk. Sogar eine Gruppe von Säumern ist auf den Berg gewandert. Mit ihren Kraxen und historischer Kleidung erinnert die Gruppe des Vereins Felbertauernsamer an die Tradition der Samer, die als Spediteure des Mittelalters für den Warentransport verantwortlich waren. Die Tauernübergänge spielten für die wirtschaftliche Entwicklung Salzburgs eine wichtige Rolle. Im Mittelalter gab es keinen Wagenverkehr, und die Säumerei war für die Bauern ein guter Nebenerwerb. Hauptsächlich wurden Gewürze, Tabak, Südfrüchte, Salz, aber auch Seide und Samt transportiert.
Entschleunigung pur auf dem Sonnendeck
Wer genug vom Rummel hat, setzt sich in die Gondel und schwebt ins nun nebelfreie Zell am See zurück. Das geht übrigens ganz kostenlos: Mit der Zell am See-Kaprun Sommerkarte sind die Gondelfahrten inkludiert. Ebenso die Panorama- Rundfahrt auf dem Zeller See. Eben noch auf der Höhe, lässt sich vom Schiff aus ein ganz anderes Panorama erleben. Der Zeller See ist ein Relikt der letzten Eiszeit. Damals bildete sich aus dem Salzach-Gletscher ein Ursee, der im Laufe der Zeit immer kleiner wurde und heute den 3,8 Kilometer langen und 1,5 Kilometer breiten See bildet. Das klare Wasser ist im Sommer zwischen 18 und 24 Grad warm und lädt mit drei Strandbädern zum Baden ein.
Mit der MS Schmittenhöhe wird der See in 45 Minuten umrundet. Die Passagiere treiben gemächlich in einer Postkartenidylle, fast zu schön, um wahr zu sein. Imposant hebt sich das Grand Hotel, auf einer Halbinsel gelegen, am Seeufer hervor. Die Farbe des Wassers und das leichte Schaukeln des Schiffes wirken besänftigend, und so wird es einem fast ein wenig schläfrig. Das Seewasser erneuert sich alle drei Jahre. Der Zeller See gilt als eines der reinsten Badegewässer. Die Schifffahrt ist eine einzige pure Entspannung, ein herrliches Dahintreiben. Viel zu schnell ist das Land erreicht.
Ab diesem Jahr wird die Flotte um ein Schiff mit Elektroantrieb erweitert. Das gab’s übrigens bereits 1907 – damals kreuzte die „Franz Ferdinand“ mit Elektroantrieb über den See.
Auf dem Rückweg von der Anlegestelle geht es auf einen Kaffee auf die Sonnenterrasse der Villa „Crazy Daisy“. „Jetzt ham mer so ein scheiß Wetter g’habt im September, jetzt bleibt’s bis Ende Oktober schön“, lacht die Bedienung, und man darf sich in der Tat glücklich schätzen, dass man dieses Kaiserwetter erwischt hat.
Bis zum Abendessen bleibt noch genügend Zeit, um durch das Städtchen zu bummeln oder im Hotel zu entspannen. Das Romantikhotel mit dem Wirtshaus „Zum Metzgerwirt“ wurde 1493 erstmals erwähnt und zählt somit zu den ältesten Gebäuden der Bergstadt. Das Hotel verfügt über einen großzügigen, zweistöckigen Wellnessbereich.
Nach einigen Schwimmzügen im Außenpool geht es zur Tiefenentspannung in den „Emotion Spa“. Für Abkühlung sorgen die mystischen Erlebnisduschen, danach widmet man sich in aller Ruhe dem Menü und lässt den Abend ausklingen.
Staudamm-Erlebnisse

Natur- und Technikbegeisterte erleben im Hochgebirge oberhalb von Kaprun auf 2.036 Metern Höhe ein faszinierendes Zusammenspiel von Wasserkraft und Elektrizität. Hier befinden sich die beiden Stauseen Wasserfallboden und Mooserboden, die dank der beiden Jahresspeicher sommers wie winters Strom erzeugen. Bei einer Staumauerführung erlebt man Einblicke in die 107 Meter hohe Staumauer und erfährt spannende Fakten zum Bau von Österreichs bedeutendster Kraftwerksanlage. Highlight ist die Fahrt mit dem weltweit größten Schienenfahrzeug der Welt, dem Schrägaufzug, der 431 Höhenmeter mit einer Spurweite von 8,2 Metern überwindet. Während der Bauzeit der Kaprun-Hochgebirgsstauseen war der Lärchwand-Schrägaufzug die einzige Möglichkeit, schweres Baumaterial und Gerätschaften und auch Lkw ins Hochgebirge zu bringen. Nach der Fertigstellung der Staumauern ist er heute touristisches Highlight und Beförderungsmittel für die Besucher. Die „Erlebniswelt Strom“ beleuchtet die Geschichte des Kraftwerks in unterschiedlichen Facetten. Kletterfreunden bieten sich außergewöhnliche Herausforderungen in der Klettersteigarena Höhenburg mit verschiedenen Kletterrouten und atemberaubender Aussicht. Der Klettersteig MOBO 107 am Mooserboden hält einen regelrechten Adrenalinkick parat: Der Einstieg erfolgt über einen Flying Fox. Der Steig entlang der massiven Betonwand ist der weltweit höchstgelegene Klettersteig an einer Staumauer.
Wer die Natur und die türkisfarbenen Stauseen, die an Fjorde erinnern, bewundern möchte, erwandert sich auf dem Weg zum Aussichtspunkt Höhenburg oder auf dem Kräuterlehrpfad aussichtsreiche Perspektiven. Einkehrmöglichkeiten bietet der Kiosk Mooserboden, das Bergrestaurant und die Fürthermoar Alm.
Aktiver Genuss zu Fuß und auf dem Bike
Um am nächsten Tag nach all der Entspannung selbst etwas aktiv zu werden, bietet sich eine Runde um den See an. Die rund 11 Kilometer sind in gut drei Stunden machbar. Dabei hat man die schroffen Wände der Berchtesgadener Alpen im Norden und die Glocknergruppe im Süden im Blick. Unterwegs laden Bänke am Seeufer zur Rast ein. Besonders schön ist der Abschnitt durch das Vogelschutzgebiet mit dem Brucker und Zeller Moos, das Rückzugsgebiet für seltene Tierarten ist und als Refugium für seltene Moor- und Feuchtwiesenpflanzen dient.
Eingebettet zwischen den Pinzgauer Grasbergen und den schroffen Wänden der Hohen Tauern finden sich zahlreiche Wanderwege zu urigen Hütten. Eine schöne Tour führt auf die im Ortsteil Thumersbach gelegene Enzianhütte auf 1.300 Metern. Vom Ostufer des Zeller Sees geht es über Forstwege stetig bergauf. Oben angekommen, erschließt sich ein herrlicher Blick. Im Herbst ist es auf der Sonnenterrasse noch angenehm warm, und man kann sich die selbstgemachten Schmankerln wie Hendl oder Ripperl (die berühmten Enzianhütt’n- Schweinshaxn gibt es nur auf Vorbestellung), Kaiserschmarrn oder Spinatknödel schmecken lassen.
Mit dem E-Mountainbike lassen sich zahlreiche Trails rund um Zell am See-Kaprun erkunden. Von leichten Genusstouren bis hin zu anspruchsvollen Trails wie dem Kitzsteinhorn- Uphill mit 25 Kilometern und 2.179 Höhenmetern für die besonders Ambitionierten reicht das Angebot.
Über Fels und Wasser durch die Klamm
Rauschendes Wasser, bizarre Felsformationen und mittendurch ein Steg, der durch die tosende Schlucht führt. Die Sigmund Thun Klamm oberhalb von Kaprun ist ein eindrucksvolles Naturdenkmal, das die Kraft des Elements Wasser auf eine wunderbar poetische Weise darstellt. Zwar ist die Klamm nur 320 Meter lang, doch auf den Holzstegen eröffnet jeder Schritt neue Perspektiven. Mal donnert das Wasser der Kapruner Ache die Kaskaden herab, dann tröpfelt es von oben an den Felsen hinunter, als befände man sich in einem tropischen Dschungel. Dort gurgelt das Wasser in Gumpen, da sprudelt und wirbelt es um ausgespülte Felsen. In der Klamm herrscht ein mystisch gedämpftes Licht, hier und da fallen Sonnenstrahlen ein, die die Wasseraerosole kristallen funkeln lassen und die Haut benetzen. Der Steg führt sogar über eine Holzbrücke, über die sich der Wasserfall stürzt.
Das Ende der Klamm ist an einer Staumauer erreicht, von der sich ein letzter Wasserfall ergießt. Die Wanderung führt nun entlang des idyllischen Klammsees. Welch herrlicher Kontrast: Das Grün des Wassers, die gelb gefärbten Lärchen und das herrliche Himmelsblau. Ein Ort, an dem die Farben des Herbstes intensiver und kräftiger leuchten. Ein Ort, an dem es neue Wortschöpfungen braucht, um die Farben des Wassers zu beschreiben. Nicht einmal Lagunentürkisgrün wird dieser Farbenpracht gerecht.
Das Gipfelmeer vom „Top of Salzburg”

3.029 Meter – Top of Salzburg – am Schild auf der Panoramaplattform steht man am höchsten Punkt im Bundesland Salzburg und im gesamten Nationalpark Hohe-Tauern-Region. Was für eine Aussicht – der Blick geht weit zum Steinernen Meer, zu den Kitzbüheler Alpen, zu den höchsten Gipfeln im Nationalpark Hohe Tauern und bis zum Zeller See. Nicht weniger spektakulär ist der Weg dorthin. Fast eine Stunde, genau gesagt 50 Minuten, dauert die Anreise mit den Gondeln vom Ortszentrum Kaprun über den Maiskogel bis zu den Kitzsteinhorn-Gondeln und zuletzt mit dem Gletscherjet. Die gesamte Strecke ist 12 Kilometer lang und überwindet 2.261 Höhenmeter. Vom Alpincenter schwebt die Gipfelbahn über den Gletscher und über die mit 114 Metern höchste Seilbahnstütze der Welt. Selbst schwindelfreien Personen wird es etwas mulmig angesichts dieser Höhe. Damit nicht genug: Zur Aussichtsplattform führt ein 360 Meter langer mystischer Felsstollen. Im Stollen kann man sogar den Herzschlag des Berges spüren!
Dann öffnet sich das Berginnere, und man betritt das Besucherzentrum „Gipfelwelt 3000“ mit den zwei Panoramaplattformen, der Nationalpark-Galerie und dem höchstgelegenen Kino Österreichs, in dem ein 3-D-Film über den Gletscher gezeigt wird. Auch dieses Erlebnis ist in der Sommerkarte enthalten, und man sollte es sich nicht entgehen lassen.
Zurück in Zell am See-Kaprun klingt der Abend beim „Zeller Seezauber“ fulminant aus. Jeden Dienstag, Donnerstag und Sonntag verwandelt sich der Elisabethenpark an der Esplanade im Zentrum in eine magische Lichtershow mit Musik und Wasser. Ein fantastischer Abschluss und Abschied von Zell am See-Kaprun, das mit seiner landschaftlichen Schönheit eine entspannte Auszeit beschert hat.


