Radfahren soll in Europa noch stärker gefördert werden

Vor kurzem wurde bei der Konferenz des UNECE/WHO Pan-Europäischen Programms für Verkehr, Gesundheit und Umwelt die sogenannte Wiener Deklaration beschlossen. Diese Vereinigung möchte die Umsetzung von europäischen Ideen unterstützen. 850 Teilnehmer waren sich einig darüber zukünftig das Radfahren in Europa stärker zu fördern. Vorbild dabei ist die österreichische Bundeshauptstadt Wien.

 

 

Die letzten Monate haben eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig die aktive Mobilität ist. Sie stellt nicht nur die Versorgung sicher, sondern dient auch der Verbesserung der Gesundheit. E-Bikes haben sich zuletzt zum Motor der Radindustrie entwickelt. Messen, wie die e-bike-days in Dresden werden von Interessierten förmlich überrannt. Diesen Boom gilt es jetzt zu nutzen.

Die Autobauer haben die Zeichen der Zeit erkannt

Ein Ansatz in der Verkehrspolitik der nächsten Jahre wird daher die Stärkung der innovativen Ansätze sein. So soll es zu einer Ausweitung von gesunden und sauberen Mobilitätssystemen in Europa kommen. Die Verringerung des Autoverkehrs, der Ausbau des Angebots auf der Schiene, die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs und der Ausbau der Radverkehrsnetze stehen dabei besonders im Fokus. Die Bevölkerung fordert schließlich verstärkt nachhaltige Lösung beim Thema Umwelt- und Klimaschutz.

Gerade der Klimaschutz hat sich in den letzten Jahren zu einem der dominanten Themen unserer Zeit entwickelt. Die Verkehrsproblematik in den Städten ruft nach neuen Lösungen. Diese könnten in der verstärkten Nutzung von Fahrrädern und in der Umsetzung der Elektromobilität liegen. Elektroautos stehen vor dem großen Durchbruch. Das haben auch die europäischen Hersteller längst erkannt und ihre Unternehmensstrategien entsprechend verändert.

Die rasanten Fortschritte bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz können ebenfalls helfen, diese Ziele zu erreichen. Dieses Forschungsfeld hat sich auch in dieses Feld menschlichen Handelns vorgewagt. Ging es früher darum der Software Spiele beizubringen, wird die KI heute längst bei der Verkehrsplanung eingesetzt. Die selbstlernende Technologie sorgt beispielsweise dafür, dass es zu weniger Staus kommt. Das kann die Luftbelastung in den Städten drastisch reduzieren. Vorhersagen und die reale Lage auf den Straßen fließen beständig ineinander und werden bei Bedarf nachjustiert. Radfahrer werden in den Verkehrskonzepten der Zukunft also eine entscheidende Rolle spielen. Damit dieser Prozess beschleunigt werden kann, soll das Radfahren zukünftig in der gesamten Europäischen Union stärker gefördert werden.

Radfahren schützt das Klima und förderte die Gesundheit

Als Vorbild dient dabei die Verkehrsplanung in Wien. Die österreichische Klimaschutz-Ministerin wies in der Konferenz darauf hin, dass Verkehr und Mobilität zentrale Hebel für die Klimawende seien. Nur so ist es möglich die ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen. Aktive Mobilität, wie das Radfahren, wirke sich dabei positiv aus und fördere gleichzeitig die Gesundheit. Darüber hinaus würden viele neue Green Jobs entstehen. Österreich wolle seine Vorreiterrolle weiter entsprechen und zukünftig ein Kompetenzzentrum für Aktive Mobilität einrichten.

Die in Wien beschlossene Wiener Deklaration enthält erstmals auch einen europäischen Masterplan zur Förderung des Radverkehrs in Europa. Dieser Plan wurde auf Initiative von Frankreich und Österreich erstellt. Er soll über alle Ländergrenzen hinweg Impulse in diesem Bereich setzen. Die mehr als 850 Teilnehmer aus 41 Ländern haben es sich zum Ziel gesetzt, den Radverkehr in der Region bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln.

Ehrgeizige Ziele sollen bis 2030 umgesetzt werden

Mit dabei waren auch 46 Minister und Staatssekretäre. Das stellt sicher, dass die ehrgeizigen Pläne auch tatsächlich umgesetzt werden können. Immerhin möchten die Staaten den Ausbau der Infrastruktur für das Radfahren vorantreiben. Dazu sollen nationale Strategien erarbeitet und das Radfahren auch in die Gesundheitspolitik, sowie in die Raumplanung besser integriert werden. Bis 2030 soll es in Folge zu einer deutlichen Steigerung des Fuß- und Radverkehrs in jedem Land gekommen sein. Dazu werden Radfahrer und Fußgänger mehr öffentlichen Raum zugeteilt bekommen, und das bei gleichzeitiger Erhöhung der Sicherheit für diese Verkehrsteilnehmer.

 

Die Länder in Europa sollen dabei dem Musterland Österreich folgen. Die Alpenrepublik investiert schon jetzt massiv in umweltfreundliche Technologien und setzt gerade in der Bundeshauptstadt verstärkt auf ein gut ausgebautes Radverkehrsnetz. Dessen Länge beträgt derzeit 1.654 Kilometer. Ein eigenes Förderprogramm unterstützt Unternehmen und Kommunen beim Ausbau des Radverkehrs. Das bisher vergebene Fördervolumen von 168 Millionen Euro hat einen Investitionsschub von 1,2 Milliarden Euro ausgelöst. Das hat mehr als 10.000 Green Jobs geschaffen bzw. gesichert. Das bisher gesammelte Know-how bei der Vernetzung von Wirtschaft und Klimaschutz soll Österreich nun federführend beim Aufbau des Kompetenzzentrums für Aktive Mobilität einbringen. Die teilnehmenden Staaten werden bei der Umsetzung unterstützt und haben gleichzeitig die Möglichkeit sich über bewährte Praktiken auszutauschen.

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