Der Naturpark Hoces del Cabriel –Schluchtenland im wilden Westen der Region Valencia

Zwischen mediterraner Leichtigkeit und wilder Schluchtenlandschaft: Der Naturpark Hoces del Cabriel ist vielleicht der eindrucksvollste Beweis dafür, wie vielseitig die Region Valencia jenseits ihrer Strände ist.

Der Naturpark Hoces del Cabriel ist ein Wanderparadies. | Abb.: © Region Valencia

Dort, wo die Provinz Valencia im Westen an Kastilien La Mancha grenzt, hat der Río Cabriel als unvergleichlicher Landschaftsarchitekt in Jahrtausende dauernder Arbeit eine tief eingeschnittene Schlucht und senkrechte Felswände geschaffen. Rund 3.000 Hektar dieser Landschaft stehen im Naturpark Hoces del Cabriel unter Schutz – ein Refugium, in dem mediterraner Wald, Wacholderheiden und steinige Karstflanken nahtlos ineinander übergehen.

Wer an einem klaren Frühlingsmorgen am Canyonrand steht, blickt hinab auf den grünlich schimmernden Fluss, der sich in großzügigen Bögen durch das helle Gestein zieht. Über den Hängen kreisen Geier, in den Felsnischen klammern sich Steineichen fest, und zwischen den Kiefern duftet es nach Thymian und Rosmarin – eine stille, fast archaische Szenerie, die in starkem Kontrast zur vibrierenden Küstenmetropole Valencia steht.

Direktverbindungen nach Valencia

Gleichwohl ist dieser Rückzugsort erstaunlich leicht zu erreichen. Von mehreren deutschen Flughäfen bestehen Direktverbindungen nach Valencia; vom Flughafen Manises führt eine gut ausgebaute Autobahn in knapp einer Stunde hinauf nach Requena. Wer lieber klimafreundlich anreist, nutzt die Schnellzüge der spanischen Bahn Renfe, die Madrid oder Barcelona mit Valencia verbinden (renfe.com). Von der Hauptstadt der Region geht es anschließend mit dem Regionalzug weiter nach Requena – ideal, um einen Aufenthalt in der drittgrößten Stadt Spaniens elegant mit einem Ausflug in die Wildnis zu verbinden.

Zwischen Weinreben und Mandelbäumen

Im Februar und März verzaubert die Mandelblüte die Besucher. | Abb.: © Annika Müller

Die Hochebene rund um Utiel und Requena, berühmt für ihre Weine der D.O. UtielRequena, bildet das Tor zum Naturpark: sanfte Wellen von Rebstöcken, Mandel- und Olivenhainen künden noch nicht von der dramatischen Schlucht, die sich dahinter auftut. Von Requena und dem kleinen Aktivzentrum Venta del Moro aus sind es schließlich nur noch wenige Kilometer bis zu den markierten Zugängen, Picknickplätzen und Parkbuchten am Rand des Naturparks.

Wandern mit Aussicht

Die Hoces del Cabriel erschließen sich zu Fuß in aller Ruhe. Ein Netz gut markierter Wege – nach europäischen Standards ausgeschildert – zieht sich durch die Schluchtenlandschaft und verbindet Aussichtspunkte, Flussufer und bewaldete Hochflächen. Mal folgt der Pfad dicht der Kante, wo der Blick schwindelerregend in die Tiefe fällt, mal taucht er ein in lichte Pinienwälder, in denen nur der Wind in den Kronen und das leise Gurgeln des Flusses zu hören sind. Offizielle Routenbeschreibungen und Karten stellt die Regionalregierung online bereit:
parquesnaturales.gva.es/web/pn-hoces-del-cabriel/rutas-y-senderos

Bizarre Felsformationen im Naturpark Hoces del Cabriel. | Abb.: © Region Valencia

Am unmittelbarsten erlebt man den Canyon vom Wasser aus. Auf den ruhigeren Abschnitten gleiten Kajaks lautlos dahin, während die Felswände sich im klaren Wasser des Cabriel spiegeln; weiter flussabwärts fordern wildere Passagen ganze Aufmerksamkeit. Zahlreiche, über das Aktivportal experienciascv.es gebündelte Anbieter organisieren geführte Touren, stellen Material und Sicherheitsausrüstung und kennen jene Stellen, an denen man gefahrlos baden, springen oder einfach nur innehalten kann. Wer lieber allein unterwegs ist, kann an ruhigen Abschnitten Kanus oder Sit-on-Top Kajaks mieten.

Frühling als beste Zeit

Wie die gesamte Region Valencia ist auch der Naturpark Hoces del Cabriel grundsätzlich ein Ganzjahresziel, doch seine große Stunde schlägt im Frühjahr. Dann liegen die Temperaturen meist zwischen 15 und 25 Grad, der Fluss führt reichlich Wasser, und auf den Hängen mischen sich frisches Grün, das Blütenweiß der Obstbäume und das Silber der Oliven zu einem farbintensiven Mosaik. Im Hochsommer hingegen kann die Hitze der Hochebene die Mittagsstunden zur Herausforderung werden; wer dann unterwegs ist, bricht früh auf, verlegt Touren in den Schatten der Schlucht und gönnt sich ausgedehnte Badepausen im Fluss.

Besucherzentrum in Venta del Moro

Für Orientierung sorgen das Besucherzentrum in Venta del Moro – mit Dauerausstellung, Infomaterial und persönlicher Beratung (parquesnaturales.gva.es/web/pn-hoces-del-cabriel/centro-de-interpretacion) – sowie Tafeln vor Ort, die auf Geologie, Flora und Fauna eingehen. Picknick- und Rastplätze, ausgewiesene Parkflächen an den Startpunkten und die gute Beschilderung lassen den Naturpark trotz seiner Wildheit nie unzugänglich wirken.

Gastronomie und Wein

Nach einem Tag zwischen Felswänden und Flusskieseln bietet sich ein Perspektivwechsel an. Die Weinregion Utiel-Requena lädt zu Degustationen in traditionsreichen Bodegas und zu Touren auf der »Ruta del Vino« ein (rutavino.com/es). Dazu servieren Gasthäuser deftige Eintöpfe, luftgetrocknete Würste, Gemüse aus der Huerta und Produkte kleiner Bio-Betriebe – eine Küche, die perfekt zum rauen Charakter des Hinterlands passt; kulinarische Adressen bündelt turismorequena.es.

Nähe zu Valencia Stadt und zum Meer

Gleichzeitig ist das Mittelmeer nie weit entfernt. In gut einer Stunde erreicht man außerdem Valencia Stadt, lässt die Schluchten hinter sich und taucht ein in eine völlig andere Welt: in das grüne Band des Turia-Parks, die Gassen der Altstadt und die futuristische Silhouette der »Ciutat de les Arts i les Ciències«. Wer mag, verlängert den Aufenthalt an den Stränden von Cullera und Gandia oder im Vogelschutzgebiet L’Albufera.

WEITERE INFORMATIONEN

Überblicksinformationen zur gesamten Region, zu weiteren Naturparks, Campingplätzen und Aktivangeboten liefern die offiziellen Tourismusportale: comunitatvalenciana.com und experienciascv.es. So liegt in dieser Ecke Spaniens alles nah beieinander: mediterrane Metropole, Mittelmeerstrände – und ein wilder Fluss, der tief im Inneren der Region Valencia eine stille, ungezähmte Schönheit bewahrt.

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