Chiemsee – Das bayerische Meer entdecken

Inselhüpfen im »Bayerischen Meer« mit Blick auf die Chiemgauer Alpen: Judith Beck hat sich auf dem Chiemsee auf Tour zur blumenreichen Fraueninsel und weiter zur Krautinsel, dem „Krautgarten“ der Insulaner, begeben. Ein Abstecher zum Königsschloss auf der Herreninsel ist dabei ebenso Pflicht wie der Sundowner in Übersee zum Sonnenuntergang.

TEXT: JUDITH BECK / BILDER: JESÚS TENA

Im südöstlichsten Winkel Deutschlands liegt zwischen Salzburg und München der Chiemsee. Das „Bayerische Meer“ ist mit einer Fläche von knapp 80 Quadratkilometern der größte See in Bayern und nach dem Bodensee und der Müritz der drittgrößte See in Deutschland. Seine drei ganz unterschiedlichen Inseln und die unmittelbare Nähe zu den Chiemgauer Bergen machen den Chiemsee zum attraktiven Revier für Kanuten. Sie finden am Westufer des Sees einen optimalen Startpunkt.

Das gilt auch für Faltbootbesitzer, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Denn in Prien hält der Meridian-Zug aus München. Vom Bahnhof sind es 20 Gehminuten zum See, alternativ fahren der Bus und die historische Chiemsee-Bahn.

Die zwei- bis dreitägige Kajaktour inklusive Inselhüpfen startet am Spielplatz Schären, wo Paddler bequem einsetzen können. In Richtung Norden gleitet man entlang der Halbinseln Sassau und Urfahrn sowie deren ausgeprägten Buchten. Das Vogelkonzert ist beeindruckend. Rund um den Chiemsee wurden seit 1950 rund 300 Vogelarten registriert. 44 der insgesamt 64 Kilometer Uferlänge sind verschilft. Die Schilfe bilden zusammen mit den Mooren und Feuchtwiesen der Umgebung den Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Aufgrund seiner Bedeutung als Schutzgebiet gibt es am Chiemsee sowohl ganzjährige als auch von März bis Juli befristete Ruhezonen. Sie sind durch Hinweisschilder und Bojen gekennzeichnet.

INSEL DER TÖPFER, KÜNSTLER UND FISCHER
Vom Örtchen Gstadt ist es nicht mehr weit zur Fraueninsel (auch Frauenchiemsee genannt). Der Charakter des idyllischen Kleinods wird bestimmt von Fischern, Kunsthandwerkern und dem 1.250 Jahre alten Kloster Frauenwörth. Kaum ein Motiv im Chiemgau wird so häufig fotografiert wie der achteckige Campanile, der Glockenturm des Münsters. Die Siedlungsgeschichte reicht weit zurück. Schon in der jüngeren Steinzeit soll die Insel bewohnt gewesen sein. Im Sommer steht sie in voller Blüte und jeder Winkel des 300-Einwohner-Dorfs wird zur Vorlage für ein Gemälde.
So ist es nicht verwunderlich, dass sich zahlreiche Künstler auf der Fraueninsel niederließen. Sie kamen genauso auf ihre Kosten wie die sechs Berufsfischer, die auf dem See ihre Existenz aufbauten. Zeit für eine Mittagsrast mit frisch geräucherter Chiemsee-Renke – eine Forellenart, die hier typisch ist und unbedingt probiert werden sollte. Am besten im Biergarten, traditionell mit Kartoffelsalat und Weißbier.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 5/2022 des kajak Magazins.
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