Obwohl es von vielen Seiten Unverständnis für ihre Auswahl der nächsten Paddeltour gegeben hat, ließ sich Tina Oetzel von ihrem Plan, die Rhinluch-Runde im Nordwesten Brandenburgs zu paddeln, nicht abbringen. Zum Glück blieb sie standhaft, wie sich herausstellen sollte.

Noch bevor ich meinen Plan zu Ende erklären kann, schlägt mir ein regelrechtes Donnerwetter entgegen. »Fahr da bloß nicht hin! Das ist stinkend langweilig! Du siehst doch sowieso nichts! Alles zugewuchert, Schilf bis über die Ufer!« Ein Sturm der Ablehnung, laut, ungebremst und völlig unerwartet. Und das sind nur die markantesten Splitter aus einem Schwall ungefilterter Verurteilungen. Ich bin verblüfft. Kann ein Rundkurs zum entspannten Wochenendpaddeln wirklich so schlimm sein?
Schon Johann Wolfgang von Goethe, weitgereist und weltneugierig, war überzeugt: Reisen fördert Bildung und Selbsterkenntnis. So hält dies sinngemäß Einzug in seine Briefe und Tagebücher und ist längst ein beflügelter Spruch in unserem Alltag. Ich halte es lieber mit dieser alten Weisheit, schiebe die düsteren Prophezeiungen beiseite und mache mir selbst ein Bild. Wer weiß, vielleicht spielt das Schilf ja doch seine ganz eigene, leise Sinfonie.
Auftakt als Genuss für alle Sinne
Bereits die Ankunft in Linum öffnet die Sinne auf eine stille, beinahe überraschende Weise. Ein wunderbar gepflegter Platz empfängt mich mit allem, was das Herz von Wasser- und Naturfreunden höher schlagen lässt. Bequeme Sitzgelegenheiten, ein paar ruhige Parkbuchten, sogar ein kleiner Stellplatz für Wohnmobile – all das stellt sämtliche Vorurteile mühelos in den Schatten. Auch runden perfekte Anlegestellen für Freizeitkapitäne das Bild ab. Ein Auftakt ganz nach meinem Geschmack und Musik in meinen Ohren!
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