Unzählige Male hat Christian Zicke von Korsika aus auf die Nachbarinsel Sardinien geschaut, zu einer Querung der knapp 20 Kilometer kam es nie. Diesem Umstand hat er jetzt ein Ende gesetzt und die zweitgrößte Mittelmeerinsel ausgiebig erkundet.

Ungefähr 30 Mal waren wir schon auf Korsika. Immer wieder haben wir von Bonifacio, der südlichsten Stadt Korsikas, über die Meeresenge, die »Straße von Bonifacio«, nach Sardinien geschaut. Doch nicht ein einziges Mal haben wir die knapp 20 Kilometer lange Querung auf uns genommen – nicht mit dem Kajak und auch nicht mit der Fähre, die hier regelmäßig verkehrt. Ein Besuch der nahen Nachbarinsel war also schon lange überfällig. Und Sardinien stand auch schon ewig auf unserer Seekajak-to-do-Liste. Endlich sollten wir diesen Haken im Herbst 2025 setzen können, denn schließlich halten wir ein Fährticket nach Sardinien in unseren Händen!
Allerdings setzen wir nicht von Korsika über, sondern vom italienischen Livorno. Eine Nacht dauert die Überfahrt nach Olbia, der nordöstlichen Hafenstadt der großen Insel. Von hieraus sind es dann auch nur noch wenige Kilometer in den Norden Sardiniens. Unser Ziel ist die Ortschaft Palau, denn sie gilt als das Tor in die Inselwelt des La-Maddalena-Archipels. Genau da wollen wir mit unseren Seekajaks hin.
Vorspiel
Es ist nicht einfach, etwas Handfestes über das Kajakfahren in der Inselwelt des La-Maddalena-Archipels herauszufinden. Dass dort Paddeln erlaubt ist, das ist uns schnell klar. Doch das Archipel ist ein Nationalpark, der »Parco Nazionale dell’Arcipelago di La Maddalena«, und einige Teile der Inseln sind stark reglementiert. An manchen der wunderschönen Stränden ist das Anlanden verboten, an einigen darf man zwar landen, aber nicht aussteigen. An manch einer Insel darf man noch nicht einmal entlang paddeln. Ob man im Park wild übernachten darf oder ob das zumindest toleriert wird, davon liest man nichts. Es scheint also verboten.
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